Sportwetten Quoten verstehen: Was die besten Quoten in der Schweiz kosten

Updated Oktober 2026
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Eine hohe Quote sieht nach einem Schnäppchen aus. Sie ist keines, sobald daneben die Marge steht, die der Veranstalter einbehält, und die Regeln, unter denen die Quote überhaupt gilt. Wer in der Schweiz auf Sport wetten will, hat genau zwei bewilligte Veranstalter zur Auswahl. Welche Quoten sie anbieten, wie sich diese Quoten berechnen und was eine «beste Quote» bei genauem Hinsehen kostet, steht auf dieser Seite.

Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, daneben steht ein halb gefülltes Glas Wasser.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Daten aktualisiert am 20 Oktober 2026 und abgeglichen gegen die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport sowie gegen die Gespa-Publikationen.

Wettmärkte, Quoten und Marge: die Grundlagen

Eine Quote ist eine Multiplikator-Zahl, die Einsatz in Gewinn verwandelt. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, gewinnt bei einem Treffer CHF 25 brutto, also CHF 15 Nettogewinn nach Abzug des Einsatzes. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten aller Voraussagen zur Gesamtquote. Vier Treffer mit Einzelquoten von 1.80, 1.90, 2.10 und 1.70 ergeben eine Gesamtquote von rund 12.17; CHF 5 Einsatz zahlen bei einem Volltreffer rund CHF 60.85 brutto.

Hinter jeder Quote steht eine Marge. Sie ist der Anteil des Einsatzes, den der Veranstalter im Durchschnitt behält, und sie ist in jede einzelne Quote eingerechnet. Eine faire Münze, bei der beide Seiten tatsächlich fifty-fifty stehen, bekäme jeweils Quote 2.00. Ein Buchmacher, der auf beide Seiten 1.90 anbietet, hat bereits eine Marge eingepreist. Wie gross sie ist, lässt sich ausrechnen.

Berechnungsbeispiel für die Marge eines Zwei-Wege-Marktes

Als illustratives Beispiel dient ein Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90. Die Auszahlungsquote (Auszahlungsanteil) ergibt sich aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95. Das bedeutet: Von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Veranstalter im Durchschnitt rund 95 Rappen zurück und behält rund 5 Rappen. Die Marge liegt in diesem Fall bei rund 5 %.

Ein Torpfosten mit Netz steht im Gegenlicht auf einem leeren Fussballplatz, über dem Rasen liegt Nebel.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto grösser fällt die Marge bei vergleichbarem Quotenniveau aus. Ein Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) zu typischen Quoten wie 2.10 / 3.40 / 3.60 kommt auf eine Auszahlungsquote von rund 0.88 und damit auf eine Marge von rund 12 %. Wer Quoten vergleicht, vergleicht also nicht nur den Spitzenwert, sondern auch die Marge des Marktes, auf dem dieser Spitzenwert steht.

Ein Boost auf die Quote klingt nach mehr Gewinn, ändert aber nichts an der Marge des zugrundeliegenden Marktes. Der Sporttip-Kombiboost etwa erhöht den Nettogewinn einer Kombiwette mit mindestens vier Voraussagen und einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage um 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Boost wird auf den Nettogewinn aufgeschlagen; die Quoten selbst und ihre Margen bleiben, was sie sind.

Beste Quoten im Vergleich: die zehn Anbieter auf einen Blick

Die Tabelle zeigt, welche Bewilligung jeder Anbieter in der Schweiz hat und welche Rechtsgrundlage dahinter steht. Die beiden lizenzierten Veranstalter arbeiten gestützt auf das Geldspielgesetz und die Interkantonale Vereinbarung; alle weiteren Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande, Lausanne
BC.Game keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
BetFury keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Cloudbet keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Playzilla keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Roobet keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Betovo keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
AmunRa keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Bettilt keine Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen

Was die Tabelle nicht zeigt, ist das, was eine Bewilligung konkret bedeutet. Die beiden bewilligten Veranstalter unterstehen der Gespa, sind an den Schweizer Spielerschutz gebunden und führen Gewinne auf ein Konto im Namen des Spielenden aus. Bei einem Streitfall gilt Schweizer Recht; bei einer Spielsperre greift das schweizweite Register. Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bieten keinen dieser Schutzmechanismen. Ihre ausländischen Lizenzen, gleich aus welchem Land, entfalten in der Schweiz keine Wirkung.

Bewilligte Veranstalter: was die Quote wirklich kostet

Wer in der Schweiz legal Sportwetten abschliessen will, hat zwei Möglichkeiten: Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein; Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Welcher Veranstalter «bessere» Quoten hat, lässt sich pauschal nicht sagen, weil jedes Ereignis einzeln quotiert wird. Wichtig ist, was die Quote bei einem konkreten Ereignis kostet, und welche Regeln den Gewinn begrenzen.

Swisslos Sporttip: das Deutschschweizer Angebot

Sporttip veranstaltet Wetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Online kann nur teilnehmen, wer Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet hat, volljährig ist und sich mit Ausweis identifiziert.

Die Mindest- und Höchsteinsätze sind klar definiert: Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1 pro Einzel- oder Kombinationswette, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Beträge sind nicht hoch, sie decken aber das typische Freizeitspiel vollständig ab und schützen vor versehentlich zu hohen Einsätzen.

Die Quotenverarbeitung bei Sporttip folgt einer genauen Rechenregel: Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer auf diese letzte Rundung achtet, sieht: Ein Gewinn von CHF 23’276 wird auf CHF 23.28 aufgerundet und dann auf CHF 23.25 abgerundet. Das klingt nach wenig, fällt aber bei vielen kleinen Wetten ins Gewicht.

Der Kombiboost ist eines der wenigen Features, das Sporttip von der Konkurrenz abhebt. Er gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus staffelt sich: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, jeweils auf den Nettogewinn, und ist in Einsatz und Erhöhung limitiert. Eine Kombiwette mit vier Voraussagen zu Quoten knapp über 1.50 bringt also einen kleinen Bonus auf einen kleinen Gewinn; eine Wette mit fünfzehn Voraussagen erfordert fünfzehn richtige Tipps, was bei den meisten Buchmachern ohnehin ein Glücksspiel ist.

Quotenboosts und Profitboosts gibt es ebenfalls, aber nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die Kehrseite solcher Aktionen: Wer vorzeitig aussteigt, verliert die versprochene Erhöhung.

Was Sporttip kostet, auf einen Blick: Für einen Deutschschweizer Wettenden mit Wohnsitz im Vertragsgebiet ist Sporttip die einzige legale Online-Option. Die Marge ist im Marktpreis eingepreist, die Rundung auf 5 Rappen ist spürbar bei häufigen kleinen Wetten, der Kombiboost ist nur dann interessant, wenn die Kombiwette auch ohne Boost gewonnen hätte. Wer fünfzehn richtige Voraussagen trifft, hat den 100-%-Boost auf einen Gewinn, der ohne Boost schon beträchtlich wäre.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Angebot

Jouez Sport wird von der Société de la Loterie de la Suisse Romande veranstaltet und ist online für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zugänglich. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Netz umfasst rund 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende. Wer in der Westschweiz wohnt, kann online oder in einer dieser Verkaufsstellen wetten.

Die Limiten bei Jouez Sport fallen teils enger, teils grosszügiger aus als bei Sporttip. Der Mindesteinsatz beträgt online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Damit ist Jouez Sport bei den Einzelwetten enger limitiert als Sporttip, lässt aber bei Multiples mehr Spielraum pro Schein.

Die Gewinngrenzen sind bei Jouez Sport klar definiert: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Damit ist klar: Auch wenn die Quote hoch sein sollte, ist der Gewinn nach oben gedeckelt, und Kombinationen über zehn Voraussagen nimmt Jouez Sport nicht an.

Wer auf Quotenvergleiche zwischen Sporttip und Jouez Sport setzt, sollte wissen, dass die Westschweizer Quoten eigene Margen haben. Bei einem klassischen Fussballspiel in der Super League kann die Quote auf den Heimsieg bei Sporttip bei 2.00 liegen, bei Jouez Sport bei 2.05, und bei einem anderen Spiel ist es genau umgekehrt. Pauschale Aussagen «Jouez Sport hat die besseren Quoten» oder «Sporttip ist günstiger» treffen für einzelne Ereignisse zu oder nicht.

Was Jouez Sport kostet, auf einen Blick: Für einen Westschweizer Wettenden ist Jouez Sport die einzige legale Option. Die Höchstgewinne sind grosszügig (CHF 300’000 pro Einzelwette, CHF 1’000’000 pro Multiple), die Mindestquote von 1.10 ist niedrig, die Obergrenze der Gesamtquote von 100’000 verhindert astronomische Multiplikatoren. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, zahlt mit dem Mindesteinsatz von CHF 2 (statt CHF 1 bei Sporttip) einen kleinen Aufschlag pro Wette.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Sie werden hier aufgeführt, weil Spielende in der Schweiz auf sie stossen, und weil die Frage «welcher Anbieter hat die besten Quoten» ohne diese Namen unvollständig wäre. Keiner von ihnen hat in der Schweiz Rechtswirkung, keiner ist an den Schweizer Spielerschutz oder das schweizweite Sperrregister angeschlossen, und keiner bietet Schweizer Rechtsschutz.

BC.Game

BC.Game ist eine Online-Glücksspielplattform mit Sportwetten-Sektion, ohne Schweizer Bewilligung. Wer hier spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsraums. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Wirkung. Im Streitfall gilt das Recht des Lizenzstaats aus, nicht Schweizer Recht. Gewinne unterliegen der kantonalen Steuerpraxis; im Kanton Thurgau etwa sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig steuerbar, unabhängig von der Höhe.

BetFury

BetFury betreibt ein Online-Casino und Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform akzeptiert Spielende aus vielen Ländern, nicht aus einer offiziell ausgewiesenen Schweizer Lizenz heraus. Für Schweizer Spielende gilt: Die DNS-Sperrliste der Gespa kann solche Domains erfassen; Anbieter reagieren mit Domain-Hopping, aber jeder neue Domain steht in derselben Rechtslage.

Cloudbet

Cloudbet bietet Sportwetten und Casino ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform wirbt mit hohen Quoten und Krypto-Auszahlungen; beides hat in der Schweiz keine besondere Schutzfunktion. Krypto-Auszahlungen laufen ausserhalb der Schweizer Bankenaufsicht und fallen nicht unter die Schweizer Geldwäschereiregelung für bewilligte Veranstalter.

Playzilla

Playzilla ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Quoten erscheinen auf den ersten Blick oft über denjenigen der bewilligten Veranstalter; das hat einen einfachen Grund: Die Marge wird höher angesetzt, oder das Angebot wird aggressiv beworben, um neue Spielende zu gewinnen. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Gespa-Aufsicht, kein Sperrregister und keine Schweizer Beschwerdestelle.

Roobet

Roobet betreibt Casino und Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform richtet sich an internationale Spielende und hat keine Schweizer Lizenz. Für die Frage nach den «besten Quoten» in der Schweiz gilt: Wer hier spielt, vergleicht nicht mehr Anbieter innerhalb eines Rechtsraums, sondern verlässt den Rechtsraum.

Betovo

Betovo bietet Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform hat in der Schweiz keine Rechtsgrundlage; Spielende handeln auf eigenes Risiko, ohne Schutz des Schweizer Spielerschutzes und ohne Anbindung an das Sperrregister.

AmunRa

AmunRa betreibt Casino und Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke positioniert sich international; Schweizer Spielende fallen in keine spezielle Schutzkategorie, weil es keine spezielle Schutzkategorie gibt.

Bettilt

Bettilt bietet Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Keine Schweizer Lizenz, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsschutz.

Gemeinsame Eigenschaft aller ausländischen Anbieter: Die Quoten mögen auf den ersten Blick attraktiv wirken, oft sogar höher als bei Swisslos oder Loterie Romande. Wer in der Schweiz spielt, verlässt damit den Schutz des Geldspielgesetzes. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Wirkung. Im Streitfall gilt ausländisches Recht, und die kantonalen Steuerbehörden können Gewinne aus ausländischen Grossspielen als Einkommen versteuern (im Kanton Thurgau etwa immer, in anderen Kantonen je nach Praxis). Wer trotzdem spielt: setzt auf eigenes Risiko, und die Frage nach den «besten Quoten» bekommt ein zweites Normalproblem, nämlich die Schenkung des Schweizer Schutzes.

Rechtslage: warum es nur zwei Veranstalter gibt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Sie werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung erfordert eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; sie «gilt nur in der Schweiz».

Eine Steinbrücke führt im Frühnebel über einen Fluss, auf dem Fussweg ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Ein dritter Anbieter mit Schweizer Bewilligung existiert nicht, und die Gespa veröffentlicht keine Liste weiterer Buchmacher, weil es keine gibt. Die einzige Liste ausländischer Domains, die die Gespa führt, ist die Sperrliste: Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren. Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste.

Für Spielende bedeutet das: Wer in der Schweiz wettet, wettet bei einem dieser beiden Veranstalter oder bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Wer ausländische Anbieter nutzt, nimmt drei Dinge in Kauf: keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg bei Streit. Die Quoten mögen besser aussehen, der fehlende Schutz ist Teil des Preises.

Spielerschutz: was die Quote nicht verrät

Hohe Quoten verringern das Verlustrisiko nicht. Sie erhöhen nur den möglichen Gewinn bei einem Treffer, nicht der erwartet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintrifft, ändert sich mit der Quote nicht; nur die Auszahlung bei einem Treffer steigt. Die Marge, die der Veranstalter einbehält, bleibt eingepreist.

Die Schweiz setzt beim Spielerschutz auf Eigenverantwortung, nicht auf ein staatliches Verbot. Wer bei Swisslos oder Loterie Romande spielt, setzt vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999; für unter 21-Jährige gilt eine Limite von CHF 1’000. Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Limiten setzen die Spielenden selbst, nicht der Staat.

Die Spielsperre ist ein weiteres Schutzinstrument. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, und im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperren lässt, kann sich erst nach drei Monaten wieder entsperren lassen, unter Einbezug einer Fachstelle.

Für die Frage nach den «besten Quoten» bedeutet das: Wer mit hohen Quoten spielt, spielt oft mit hohen Einsätzen, und genau hier setzen die Limiten an. Eine Senkung der Verlustlimite tritt sofort in Kraft, nicht erst am nächsten Tag. Wer am Abend eine hohe Quote sieht und den Einsatz hochschrauben will, wird am Morgen durch die eigene Limite gestoppt. Das ist unbequem, wenn man gewinnen will, und es ist der Sinn der Übung, wenn man verliert.

Einsatzlimit, Auszahlung und Steuern

Die Einsatzlimit bei Sporttip liegt bei CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bei CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2 (online), der Höchsteinsatz bei CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette; ein Multiple-Schein darf insgesamt maximal CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese Limiten sind hart: Swisslos kann sie jederzeit anpassen, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Steuerlich sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen in der Schweiz bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundessteuerfreibetrag liegt bei CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb die Formulierung «je nach Kanton» gilt. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Für die meisten Wettenden bleibt es beim Nulltarif: Die allermeisten Gewinne liegen unter dem Freibetrag, und es fällt keine Verrechnungssteuer an.

Gewinne aus ausländischen Anbietern sind anders zu behandeln: Es fällt keine Schweizer Verrechnungssteuer an, weil der ausländische Veranstalter sie nicht einzubehalten hat. Die kantonalen Steuerbehörden können solche Gewinne jedoch als Einkommen versteuern; im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe voll besteuert.

Cash-Out und Livewetten: kurz erklärt

Cash-Out ist eine Funktion, die es erlaubt, eine Wette vor dem Ende des Ereignisses auszahlen zu lassen. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist, besteht nicht.

Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei normalem Abwarten, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer Cash-Out nutzt, gibt einen Teil des erwarteten Gewinns ab, um den Gewinn früher zu haben. Das ist keine schlechte Strategie, wenn das Ereignis kippt; es ist eine schlechte Strategie, wenn das Ereignis stabil bleibt.

Livewetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das bedeutet: Wer zu spät ist, wettet auf einen Ausgang, der schon eingetreten ist, und erhält im besten Fall seinen Einsatz zurück, im schlechtesten Fall verliert er die Wette nachträglich. Die Regel gilt unabhängig von der Quote, die im Wettschein steht.

Häufige Fragen

Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten?

In der Schweiz gibt es nur zwei bewilligte Veranstalter für Sportwetten: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Welcher die «besseren» Quoten hat, hängt vom konkreten Ereignis ab; ein pauschaler Vergleich ist nicht möglich. Ausländische Anbieter locken oft mit höheren Quoten, haben aber keine Schweizer Bewilligung und bieten keinen Schweizer Rechtsschutz.

Wie funktionieren Quoten bei Sportwetten und was bedeuten sie?

Eine Quote gibt an, wie viel ein Einsatz bei einem Treffer einbringt. Bei Quote 2.50 und einem Einsatz von CHF 10 beträgt der Bruttogewinn CHF 25, der Nettogewinn CHF 15. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. In jeder Quote ist eine Marge eingepreist, die der Veranstalter im Durchschnitt behält.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinn berechnet sich als Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette ist das die angegebene Quote; bei einer Kombiwette ist es die Gesamtquote, also das Produkt aller Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei CHF 5 Einsatz und Gesamtquote 12.17 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 60.85, der auf 5 Rappen genau ausbezahlt wird.

Wie entstehen die Quoten und was ist die Marge des Anbieters?

Quoten entstehen aus der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs, korrigiert um die Marge des Veranstalters. Die Marge ist der Anteil des Einsatzes, den der Veranstalter im Durchschnitt behält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und damit eine Marge von rund 5 %. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto höher fällt die Marge bei vergleichbarem Quotenniveau aus.

Wie wirkt sich die Gesamtquote bei Kombiwetten auf den Gewinn aus?

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt aller Einzelquoten. Sie bestimmt, wie viel ein Treffer der gesamten Kombination einbringt. Bei vier Voraussagen mit Einzelquoten von 1.80, 1.90, 2.10 und 1.70 ergibt sich eine Gesamtquote von rund 12.17; ein Einsatz von CHF 5 bringt bei einem Volltreffer rund CHF 60.85 brutto. Bei Sporttip erhöht der Kombiboost den Nettogewinn solcher Wetten, wenn mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50 getroffen werden.

Verfasst vom Team von „Skiwetten”.

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