Biathlon-Wetten in der Schweiz 2026: was ein Tipp auf den Winter wirklich kostet
Wer im Winter auf Biathlon wetten will, hat in der Schweiz genau zwei Türen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport für die Romandie. Beide sind von Gespa bewilligt. Alles andere, was im Internet «Biathlon-Wetten» anbietet, fällt unter ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — was das juristisch heisst, ist im Abschnitt zur Rechtslage beschrieben. Diese Seite geht davon aus, dass Biathlon-Wetten in der Schweiz ein schmaler Markt mit klaren Regeln ist und fragt entsprechend weniger «wer gewinnt das Rennen?» als «was kostet es mich, hier zu wetten?». Die Antwort steht am Ende jedes Abschnitts: ein konkreter Einsatz, eine konkrete Quote, eine konkrete Limite.

Stand: 20 Oktober 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen Sporttip, Version 4.2 (Swisslos, 14.10.2026), gegen die Online-Teilnahmebedingungen Swisslos, gültig ab 13. Januar 2025, gegen die Gespa-Bewilligungsliste Sportarten und Wettarten, Stand 10.09.2026, sowie gegen die Angaben der Loterie Romande und der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV).
Inhaltsverzeichnis
- Was Biathlon im Weltcup ist — und was davon auf den Wettschein passt
- Was eine Biathlon-Wette in der Schweiz kostet: Limits, Quoten, Steuern
- Spielplan und Wettmärkte: was im Winter 2026/27 ansteht
- Was eine Wette auf ein Biathlon-Rennen juristisch trägt — und juristisch nicht trägt
- Limits, Spielsperre, Schwellen: der Spielerschutz, der nichts kostet
- Vergleich der Veranstalter: was die zwei bewilligten Anbieter unterscheidet — und was die ausländischen nicht leisten
- Was die zwei bewilligten Anbieter im Biathlon konkret leisten
- Was die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nicht leisten
- Prognose, Tipp und warum kein Tipp sicher ist
- Steuern auf Biathlon-Wettgewinne: was geht, was nicht geht
- Häufig gestellte Fragen
Was Biathlon im Weltcup ist — und was davon auf den Wettschein passt
Biathlon ist eine Kombination aus Langlauf und Schiessen, und genau diese zwei Teile machen die Wettmärkte schwerer als beim reinen Skisport. Im Weltcup werden sieben Disziplinen ausgetragen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Das sind die Anlässe, auf die ein Wettanbieter in der Schweiz überhaupt Wetten anbieten darf — vorausgesetzt, die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten führt sie auf. Im Sprint, in der Verfolgung, im Massenstart und in der Staffel kostet ein Fehlschuss eine Strafrunde von 150 m; in der Single-Mixed-Staffel 75 m. Im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute auf die Laufzeit addiert.

Was beim Schiessen zählt: Die Scheiben hängen in 50 m Entfernung. Der Trefferbereich misst 4,5 cm Durchmesser im Liegendschiessen und 11,5 cm im Stehendschiessen. Das ist eng, und für die Wette heisst das: Der Ausgang eines Rennens kippt nicht durch einen einzelnen Schuss, sondern durch eine Folge von Treffern oder Fehlern — und genau deshalb sind Quoten auf Biathlon im Schnitt volatiler als in Sportarten, wo der Ausgang überwiegend lauf- oder spielbasiert entschieden wird.
Weltcupsiegerinnen und Weltcupsieger erhalten die «grosse Kristallkugel». Die Disziplinenwertungen werden mit kleinen Kristallkugeln ausgezeichnet. Rekordsieger im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit sieben Gesamtsiegen und bei den Frauen Magdalena Forsberg mit sechs. Beide Namen lesen sich wie ein Hinweis darauf, dass hier Ausdauer über Jahre zählt, nicht ein einzelner Tag. Für eine Wette heisst das: Favoritenrollen, die heute Quoten von 1.30 tragen, waren nicht immer Favoritenrollen.
Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden erstmals 1992 in Albertville ausgetragen. Der Biathlon-Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon vom alten Verband UIPMB trennte. Seit der Saison 2022/23 gibt es für einen Sieg in einem Einzelrennen des Weltcups 90 Weltcuppunkte (von 2008/09 bis 2021/22 waren es 60). Diese Punktewertung entscheidet, wer die Kristallkugeln nach Hause trägt — nicht, wer ein einzelnes Rennen gewinnt, und nicht die Wettquote.
Der Spielplan eines Winters gibt den Takt der Wetten vor: Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, die Weltmeisterschaften. Wann im Winter welches Rennen stattfindet, legt fest, wann ein bestimmtes Rennen überhaupt auf den Wettschein kommt. Die Regeln im Hintergrund ändern sich dabei nicht: Eine Wette steht und fällt damit, ob der Ausgang in der regulären Wettzeit entschieden wurde — bei Sporttip zählt zur «regulären Spielzeit» die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen sind nur dann Teil der Wette, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. In einer Sportart ohne Verlängerung wie Biathlon fällt dieser Appendix weg, der Mechanismus bleibt relevant, weil das Wettprogramm selbst die Spielzeit definiert.
Eine letzte Vorbemerkung zum Schiessen: Wie eng die Trefferfläche ist, sollte man nicht überbewerten. Wer eine Wette platzieren will, schaut auf die Schiessbilanz der letzten Rennen, auf das Wetter (Wind und Temperatur entscheiden mit), auf die Position im Feld nach dem Liegendschiessen und auf die Form der Laufstrecke. All das fliesst in die Quote ein, und keine dieser Grössen ist exakt bekannt, bevor das Rennen startet. Mehr zu diesem Punkt im Abschnitt zu den Prognosen.
Was eine Biathlon-Wette in der Schweiz kostet: Limits, Quoten, Steuern
Eine Wette auf Biathlon sieht im Wettschein ähnlich aus wie eine Wette auf Fussball — sie kostet aber anders. Hier die Zahlen, die für jeden Wettenden in der Schweiz gleich sind, weil sie aus den Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter stammen, nicht aus einer Werbung.

Mindesteinsatz und Höchsteinsatz bei Sporttip: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000; für eine Systemwette gilt CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei der Loterie Romande entsprechen die Limiten den eigenen Teilnahmebedingungen von Jouez Sport, sind hier aber nicht im Detail dokumentiert. Wer mit höheren Einsätzen plant, prüft sie dort vor dem ersten Wettschein.
Verlustlimiten sind bei Sporttip vor der ersten Teilnahme zu setzen — sie sind nicht freiwillig. Spielende müssen eine Tageslimite (1 Tag), eine Wochenlimite (7 Tage) und eine Monatslimite (30 Tage) setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Zeiteinheit; unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Diese Limiten sind Selbstschutz; eine vom Bund festgelegte Einzahlungsgrenze für Sportwetten existiert in der Schweiz nicht.
Quoten und Margen: Eine typische Quote im Zweierfeld (zwei Athleten mit ähnlichen Siegchancen) läge bei rund 1.90 zu 1.90. Für die Rechnung im Kopf heisst das: Wer CHF 10 auf Quote 1.90 setzt, erhält im Erfolgsfall CHF 19 zurück und macht CHF 9 Gewinn — der Gewinn ist Einsatz × (Quote − 1), nicht Quote × Einsatz. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen zu Quoten von 1.90, 2.20 und 3.00 multiplizieren sich die Quoten zu einer Gesamtquote von 12.54; derselbe Einsatz von CHF 10 bringt dann CHF 125.40 zurück, davon CHF 115.40 Bruttogewinn, von dem noch die Steuern abhängen.
Die Marge des Marktes: Eine Buchmacherin, die ein Rennen mit Siegchancen von 50 % zu 50 % anlegt, würde «faire» Quoten von 2.00 zu 2.00 anbieten — dann ginge die Hälfte des Umsatzes an die Spielerseite zurück (Auszahlungsquote 100 %), die andere Hälfte ebenso, Buchmacherin und Spieler würden sich die Welt genau teilen. Tatsächlich liegen die Quoten knapp darunter. Eine Auszahlungsquote von 95.0 % (entsprechend einer Marge von 5.0 %) entspricht dem Bild, das in dieser Branche üblich ist: Bei einem Zweierfeld mit 1.90 zu 1.90 ergibt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) ≈ 0.9500, also 95.0 % Auszahlung, 5.0 % Marge. Das ist die Grösse, die jede Wette statistisch «kostet», lange bevor die Steuern ins Spiel kommen. Wer den Markt rekonstruieren will, teilt 1 durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes und zieht das Ergebnis von 1 ab.
Steuern: Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind grundsätzlich einkommensteuerfrei, solange sie unter dem Steuerfreibetrag pro Gewinn bleiben. Der Bund hat die Schwelle per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 festgelegt (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet. Wer den Freibetrag überschreitet, zahlt 35 % Verrechnungssteuer, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Für die typische Biathlon-Wette heisst das: Solange das Rennen keine sechsstelligen Gewinne produziert, fällt keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht — nirgends. Wer auf einer Seite liest, in der Schweiz werde «Wettsteuer» erhoben, liest eine ausländische Regel oder eine Verwechslung mit der Verrechnungssteuer auf Grossgewinne.
Der Cash-Out-Kniff: Wer seine Wette vor dem Ende des Rennens auszahlen lässt, bekommt weniger als den möglichen Vollgewinn. Der Cash-Out-Betrag hängt vom Stand der Sportereignisse ab, ist tiefer als der nicht vorzeitige Wettgewinn und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten; bei Sporttip ist Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung und nur online. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Wer Cash-Out als Sicherheitsnetz versteht, übersieht den Preis: Die Marge, die das Cash-Out nimmt, ist höher als die Marge der Wette selbst.
Kombiboost bei Sporttip: Er gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Was der Boost kostet: Wer mit niedrigen Quoten kombiniert, um die Schwelle von vier Voraussagen zu erreichen, kauft Marge zu. Eine Wette mit acht Voraussagen zu je 1.50 hat eine kombinierte Auszahlungsquote von etwa 38.5 % (1.5⁸ = 25.81, Kehrwert ≈ 0.0387, mit Quotenfortpflanzung tiefer); die Marge liegt entsprechend bei über 96 %. Der Boost von 20 % bei sieben Voraussagen federt das, gleicht es aber nicht aus. Das ist die Stelle, an der «Mehr ist mehr» aufhört, eine Wettstrategie zu sein, und anfängt, eine Provision für den Anbieter zu werden.
Quotenboosts und Profitboosts sind bei Sporttip getrennte Instrumente: Quotenboosts gelten online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettende nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Auch hier verschiebt der Boost nicht die faire Quote, sondern verschiebt nur, auf welche Seite der Marge der Vorteil fällt.
Was das heisst, zusammengenommen: Die Kosten einer Biathlon-Wette in der Schweiz sind die Marge des Marktes, die der Wettende auf lange Sicht zahlt, plus die im Boost und im Cash-Out versteckten Zusatzmargen. Wer das im Kopf behält, sieht eine einzelne 1.90er Quote anders: nicht als «50/50», sondern als «47.4/47.4 und der Rest Marge».
Spielplan und Wettmärkte: was im Winter 2026/27 ansteht
Was im Winter auf den Wettschein kommt, ist keine Erfindung der Wettanbieter. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Stand 10.09.2026, legt fest, was überhaupt angeboten werden darf; der Weltcup-Kalender, die Weltmeisterschaft und das olympische Programm legen fest, wann ein Rennen stattfindet. Biathlon ist dort seit Jahren gelistet, mit den grossen Disziplinen Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel. Die Weltcupsaison beginnt üblicher Ende November, zieht sich bis März, mit Weltcup-Stationen in Hochfilzen, Ruhpolding, Annecy, Antholz, Oberhof und zum Saisonende Oslo; die Biathlon-Weltmeisterschaften 2026/27 stehen im IBU-Kalender, ebenso die olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina.
Was davon auf den Wettschein kommt, hängt davon ab, ob die Veranstalter das Rennen als Bewilligungsobjekt führen. Wetten auf Qualifikationsläufe sind nur erlaubt, wenn die Gespa-Liste die Qualifikationsrunde explizit aufführt; Rangwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Wer auf eine Aussenseiterin im Halbfinale setzen will, sucht das vergebens.
Die Disziplinen, die im Weltcup ausgetragen werden, sind sieben — Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Welche davon auf dem Wettschein erscheinen, schwankt mit der Liste und mit den Wettinteressen. Im Kern bleiben Sprint, Verfolgung und Massenstart die Märkte mit den grössten Umsätzen, weil sie die klarsten Siegerprofile haben; Staffel und Mixed-Staffel ziehen Kombinationen an, weil dort die Teamleistung zählt und nicht ein Einzelner.
Die Wettarten, die bei einem Rennen mit vielen Startenden angeboten werden, sind im Wesentlichen: Siegwette (eine Athletin, ein Athlet), Podiumswette (Top 3), Head-to-Head (Direktvergleich zweier Starter mit ähnlichen Quoten), und bei Staffeln Teamvergleiche. Was nicht angeboten wird, sind Eckball- oder Kartenmärkte — die Gespa-Liste kennt im Biathlon keine solchen Wetten. Livewetten sind im Biathlon zugelassen, vorbehaltlich der Veranstalterbewilligung; Sporttip hat eine solche, was sich auf die Schaltflächen im Wettschein niederschlägt.
Ein Wort zu Livewetten und ihrer Mechanik bei Sporttip: Eine Livewette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — das heisst: Einsatz zurück, kein Gewinn, kein Verlust. In spielentscheidenden Situationen (im Fussball Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Biathlon fehlt ein Pendant zum Elfmeter; das Mechanismus bleibt aber aktiv, wenn etwa das Rennen abgebrochen oder das Schiessen unterbrochen wird.
Wie die Biathlon-Wetten untereinander zusammenhängen: Sie sind Teil desselben Sportkalenders, in dem auch Fussball, Eishockey, Tennis und Ski Alpin angeboten werden. Eine Wette auf einen Schweizer Athleten kann mit einer Wette auf einen Sieg von Beat Feuz kombiniert werden, wenn beide Disziplinen zur gleichen Zeit oder am gleichen Tag stattfinden — die Kombiquote multipliziert sich, und die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage greift erst, wenn der Kombiboost ins Spiel kommt. Der Kombiboost federt die Marge nicht auf das Niveau fairer Quoten, er federt nur teilweise gegen sie.
Was eine Wette auf ein Biathlon-Rennen juristisch trägt — und juristisch nicht trägt
Die Schweiz hat im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) festgelegt, wer Sportwetten anbieten darf: einer von zwei Veranstaltern, die der interkantonale Geldspielkonkordat zugelassen hat. Das sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede muss neben der Veranstalterbewilligung auch eine Spielbewilligung pro Spiel halten; die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Rechtskraft, weil das BGS in Art. 4 formuliert: «gilt nur in der Schweiz».
Was das für Spielerinnen und Spieler heisst: Wer bei Swisslos oder Loterie Romande wettet, ist im Schutzbereich des BGS — Verlustlimiten, Spielsperre, Mindestalter 18, Identitätsprüfung, Auszahlung auf das eigene Konto. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wettet, hat diese Rechte nicht. Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; bei Streitigkeiten gibt es keinen Schweizerischen Gerichtsstand; eine Verbindung zur Schweizer Spielsperre fehlt. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren; die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains.
Wer haftet, wenn der Anbieter keine Bewilligung hat: Die Spielenden trifft nach bundesgerichtlicher Praxis keine Strafe. Das Betreiben von Sportwetten ohne Bewilligung ist eine Straftat — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, in gewerbsmässiger Form bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Die Spielenden verlieren aber den Schutz des BGS, und das ist mehr, als es klingt. Es folgen ein paar praktische Beispiele.
Auszahlung: Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zahlen in der Regel auf irgendein Konto, oft auf E-Wallets oder Kryptowährungen, deren Inhaberschaft nicht dieselben strengen Regeln erfüllt wie ein Schweizer Bankkonto auf den Namen der wettenden Person. Es gibt kein Anrecht auf eine Auszahlung in einer bestimmten Frist, keinen Beschwerdeweg zur Gespa, kein Spielsperrenregister, das zukünftige Anbieter vom Zugang abhält. Wer seine Gewinne nicht erhält, hat nur den Weg vor ein ausländisches Gericht — sofern der Anbieter überhaupt eine ladungsfähige Anschrift hat.
Streit um die Wette: Eine Wette, die bei einem bewilligten Anbieter angenommen wurde, ist im Streitfall eine Forderung nach Schweizer Recht. Bei einem nicht bewilligten Anbieter ist die Wette zivilrechtlich nach dem Recht des Anbieterlands zu beurteilen, oft nach dem Recht einer Karibikinsel oder eines EU-Staates. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gespa zwischen Spielenden und einem nicht bewilligten Anbieter vermittelt, ist null — sie ist für die bewilligten Anbieter zuständig.
Spielerschutz: Bei einem bewilligten Anbieter gilt die Spielsperre aus dem gemeinsamen Register; eine Selbstaussperrung wirkt auch bei den Casinos und in Liechtenstein. Bei einem nicht bewilligten Anbieter gibt es diese Sperre nicht, weil die Anbieter nicht am Register angeschlossen sind. Eine Sperre, die bei Swisslos ausgesprochen wurde, hindert die Person nicht daran, bei einem nicht bewilligten Anbieter zu spielen — sie nimmt nur die Sperre im bewilligten Bereich zurück.
Steuerlich: Gewinne aus bewilligten Schweizer Wetten fallen unter die bundesrechtliche Schwelle (CHF 1’071’000 pro Gewinn ab 1.1.2026) und die kantonale Schwelle (je nach Kanton). Gewinne aus nicht bewilligten Wetten fallen nicht unter die Verrechnungssteuer; das heisst aber nicht, dass sie steuerfrei sind. Im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen behandelt. Wer in einem anderen Kanton wohnt, fragt die kantonale Steuerverwaltung.
Werbung: Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, ist verboten und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Werbung für bewilligte Wetten darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Auf dieser Seite werden keine ausländischen Anbieter beworben und keine Promo-Codes abgedruckt.
Eine Bemerkung am Rand: Das alles ist kein Argument dafür, Biathlon nur bei den bewilligten Anbietern zu spielen, weil es dort «sicherer» wäre. Es ist die Feststellung, dass die Schweiz hier ein geschlossenes System hat und alles, was nicht in dieses System passt, in einem Graubereich landet. Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will, hat zwei valable Optionen; ausländische Anbieter sind eine dritte, die unter ganz anderen Regeln läuft.
Limits, Spielsperre, Schwellen: der Spielerschutz, der nichts kostet
Der Spielerschutz bei Swisslos und Loterie Romande ist im Geldspielgesetz und in den Spielregeln verankert. Bevor eine Wette platziert wird, sind drei Fragen beantwortet: Wer ist die spielende Person, wie viel soll maximal verloren werden, und wie lange soll allenfalls nicht gespielt werden. Hier die Mechanik.
Verlustlimiten sind Selbstschutz und Pflicht zugleich. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Tages-, Wochen- und Monatslimiten setzen — 1 Tag, 7 Tage, 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 pro Zeiteinheit; unter 21 Jahren gilt eine eigene Obergrenze von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist absichtlich asymmetrisch: Wer sich schützt, kann sofort schützen; wer sich mehr erlaubt, muss warten. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Die Loterie Romande verlangt analoge Limiten über Jouez Sport.
Spielsperre: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Wer sperrt, kann nicht mehr spielen. Eine freiwillige Sperre von bis zu sechs Monaten muss von den Veranstaltern angeboten werden (Art. 89 VGS); die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist nach frühestens drei Monaten möglich, mit Einbezug einer Fachstelle.
Mindestalter und Identitätsprüfung: Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist der einzige Weg, wie ein Schweizer Wettkonto bei einem bewilligten Anbieter entsteht; Anonymität ist ausgeschlossen.
Auszahlung: Gewinne und Saldi werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährungen existieren im bewilligten Bereich nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Im Klartext: Kein Wettanbieter «leiht» Einsätze, keine Auszahlung an eine Wallet, deren Inhaberschaft nicht eindeutig ist.
Testkäufe: Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen 200 Testkäufe mit Minderjährigen durchgeführt; in 47.5 % der Fälle wurde die Wette verkauft. Das ist kein Argument gegen den Online-Bereich; es zeigt aber, dass die Schutzarchitektur an der Offline-Verkaufsstelle nach wie vor durchlässig ist. Online ist der Schutz deutlich strenger, weil Identitätsprüfung und Ausweis-Upload vor der ersten Wette erfolgen. Wer im Internet spielt, hat diese Stufe genommen.
Was der Spielerschutz nicht leistet: Er schützt nicht davor, dass eine einzelne Wette das gesetzte Limit voll ausschöpft. Eine 1.90er Quote auf einen Favoriten kostet bei einem Verlust den vollen Einsatz; der Schutz hilft nur, die Summe der Verluste zu begrenzen. Wer an einem Wochenende vier Rennen schaut und in jedem eine Einzelwette platziert, hat vier separate Entscheidungen, die das Limit gemeinsam ausschöpfen können. Die Selbstanalyse, ob die Quoten diesen Einsatz wert sind, ist nicht reguliert — und sie ist auch nicht durch eine App ersetzbar.
Eine letzte Sache, die nichts mit Limits zu tun hat, aber in dieselbe Kategorie gehört: Wer selbst betroffen ist — von Spielsucht oder von den Schulden, die daraus folgen —, findet unter den offiziellen Stellen der Schweiz Beratungsangebote. Die Spielsucht ist nicht an eine Sportart gebunden, aber sie ist im Winter besonders verbreitet, weil die Saison Biathlon, Eishockey und Skisport gleichzeitig liefert. Eine Spielsperre ist dann der einfachste Weg, die Büchse für eine Weile zuzumachen.
Vergleich der Veranstalter: was die zwei bewilligten Anbieter unterscheidet — und was die ausländischen nicht leisten
Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Bewilligte Anbieter führen das Geldspielgesetz an; Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fallen in eine andere Kategorie und sind hier nur aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen im Internet begegnen. Wer auf Biathlon in der Schweiz wetten will, hat effektiv zwei valable Optionen; die anderen neun Zeilen sind ein Hinweis darauf, was an der nächsten Ecke lauert.
| Anbieter | Bewilligung in der CH | Veranstalter / Bewilligungsbasis |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | bewilligt (Grossspiel, BGS SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel — Gespa-Aufsicht |
| Loterie Romande Jouez Sport | bewilligt (Grossspiel, BGS SR 935.51) | Loterie Romande, Lausanne — Gespa-Aufsicht |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
Zur Tabelle: Die Spalte «Bewilligung in der CH» ist die einzige, die zwischen den beiden ersten Zeilen und den übrigen acht unterscheidet. Die ausländischen Marken sind in der Schweiz weder zugelassen noch anerkannt; ihre Lizenzen, wo welche ausgewiesen sind, haben hier keine Rechtskraft (Art. 4 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste solcher Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Welche Biathlon-Märkte ein ausländischer Anbieter zeigt, welche Quoten er anbietet und wie er Limits handhabt, wird hier nicht geprüft und ist für eine Entscheidung in der Schweiz nicht massgeblich.
Was die zwei bewilligten Anbieter im Biathlon konkret leisten
Swisslos Sporttip
Swisslos betreibt Sporttip und ist der eine der zwei bewilligten Veranstalter für Sportwetten in der Schweiz. Die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) trägt die Bewilligung; der Sitz der Genossenschaft ist Basel. Im Geschäftsbericht 2025 weist Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten 2025 CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Im Gebiet deckt Sporttip die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH) sowie das Tessin und Liechtenstein ab.
Sporttip bietet auf Biathlon die im Gespa-Katalog vorgesehenen Wetten an: Siegwette, Podiumswette, Head-to-Head. Livewetten sind zugelassen und als solche markiert. Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Die Verlustlimiten sind vor der ersten Wette zu setzen: 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Quotenboosts und Profitboosts sind verfügbar; der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen zu Mindestquote 1.50 und staffelt 5 / 20 / 40 / 100 % Bonus auf den Nettogewinn. Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vollständig, ohne Teilauszahlung, nur online, ohne Garantie pro Markt. Was das alles in Euro heisst: CHF 1’000 Höchsteinsatz pro Wette ist im internationalen Vergleich moderat; wer mit höheren Einsätzen wetten will, kann das bei Sporttip nicht und wird es auch nicht durch eine Bonusaktion ändern können.
Die Einschätzung: Wer Biathlon in der Schweiz wetten will, hat mit Sporttip den Anbieter, der das Produkt seit Jahren führt und mit dem Gespa-Katalog und den Spielregeln ein klares Korsett hat. Die Limits sind transparent, die Spielsperre funktioniert schweizweit, die Auszahlung geht auf das eigene Konto. Was den Anbieter für Biathlon-Fans einschränkt, ist die maximale Quote pro Wette (CHF 1’000 bzw. CHF 10’000 System) und die fehlende Garantie für Cash-Out pro Markt. Für die allermeisten Spielenden mit kleinerem bis mittlerem Budget ist das genau richtig.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande führt Jouez Sport und ist der zweite der zwei bewilligten Veranstalter für Sportwetten in der Schweiz. Der Sitz ist Lausanne; die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; 2025 zählte die Loterie Romande 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Im Gebiet deckt Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone ab: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Was Jouez Sport auf Biathlon anbietet, ergibt sich aus der Gespa-Bewilligungsliste Sportarten und Wettarten und aus dem Wettprogramm der Loterie Romande. Wer im französischsprachigen Teil der Schweiz wohnt und ein Konto eröffnen will, hat hier seinen Zugang; ein Online-Konto funktioniert nur mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, also in einem der sechs Kantone FR, GE, JU, NE, VD oder VS. Die Spielregeln sind analog zu Sporttip formuliert, mit eigenen Limiten und eigenen Boost-Bedingungen.
Die Einschätzung: Für Westschweizer Biathlon-Wettende ist Jouez Sport der Standardzugang zum Markt; die operative Qualität ist mit Sporttip vergleichbar, weil beide auf demselben Bewilligungsregime und auf vergleichbaren Spielregeln sitzen. Der Hauptunterschied ist regional: Wer in Genf wohnt, kann nicht ohne weiteres ein Konto bei Swisslos eröffnen, und wer in Zürich wohnt, kann nicht ohne weiteres ein Konto bei Loterie Romande eröffnen. Für Biathlon-Fans in der Romandie ist das die Adresse.
Was die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nicht leisten
Die folgenden Marken tauchen im Netz als «Biathlon-Wetten»-Anbieter auf, und Schweizerinnen und Schweizer stossen über Werbung, soziale Medien oder Affiliate-Links auf sie: myBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet, Sportaza. Sie alle haben in der Schweiz keine Bewilligung; ihre ausländischen Lizenzen — wo welche ausgewiesen sind — haben in der Schweiz keine Rechtskraft (Art. 4 BGS). Die Gespa kann sie auf die Sperrliste setzen, und einige Domains stehen bereits dort.
Was das im Biathlon-Alltag heisst: Wer dort ein Konto eröffnet, hinterlegt Ausweisdaten auf Plattformen, deren Server nicht in der Schweiz stehen. Die Zahlung läuft über internationale Karten, E-Wallets oder Kryptowährungen; die Auszahlung erfolgt auf denselben Wegen, oft mit Verzögerungen. Eine Spielsperre, die bei Swisslos eingetragen wird, gilt dort nicht. Wer eine Wette platziert, wird im Streitfall auf ausländisches Recht verwiesen — oft Curaçao, Malta oder eine Karibikinsel, mit eingeschränktem Zugang zur Justiz. Das ist kein Gespräch über Moral; es ist eine Aussage über die rechtliche Lage.
Bei diesen Marken werden die Biathlon-Märkte im Wettprogramm oft breiter dargestellt als bei den Schweizer Anbietern — mit exotischeren Linien, höheren Limits, mehr Wettarten pro Rennen. Was dort an zusätzlichen Märkten auftaucht, ist im Schweizer Recht oft gar nicht zugelassen: Wetten auf Trainingsläufe, Wetten auf Qualifikationsrunden ohne Gespa-Genehmigung, Wetten, die gegen die Liste der bewilligten Wettarten verstossen. Das Fehlen einer Schweizer Bewilligung heisst nicht, dass das Angebot schlechter ist; es heisst, dass keine Schweizer Stelle kontrolliert, ob die Märkte den Bewilligungsregeln entsprechen.
Die Bewertung: Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will und sich an Schweizer Recht, Schweizer Schutz und Schweizer Auszahlungswege halten will, hat keine valable Option bei diesen Anbietern — auch wenn ihr Wettprogramm auf den ersten Blick breiter wirkt. Wer bei einem dieser Anbieter wettet, wettet nach anderen Regeln, mit anderen Auszahlungswegen und mit anderen Schutzmechanismen, die für Schweizer Spielende nicht greifen. Diese Seite empfiehlt keine ausländische Marke und bewirbt keine — die Beschreibung hier dient allein der Einordnung.
Prognose, Tipp und warum kein Tipp sicher ist
Wie eine Prognose zu einem Biathlon-Rennen entsteht: Aus Form (Laufergebnisse der letzten Wochen), Schiessbilanz (Trefferquote Liegend und Stehend), Streckenprofil (wie viele Höhenmeter, wie viele Schiesslagen, wo sind die Anstiege), Wetter (Wind, Temperatur und Sicht am Schiessstand), und Startnummer (im Sprint entscheidet die Startnummer über die Streckenbedingungen, weil Schnee und Piste im Lauf des Rennens schwanken). Aus diesen fünf Grössen entsteht eine Modellierung der wahrscheinlichen Rennergebnisse. Die Quoten der Buchmacherin sind die Verdichtung dieser Modellierung in einer einzigen Zahl.
Eine Wette «lohnt» sich, wenn die gerechnete Wahrscheinlichkeit höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Eine Quote von 2.50 entspricht 40 % impliziter Wahrscheinlichkeit (1 ÷ 2.50 = 0.40). Wer die reale Siegeschance einer Athletin bei 50 % sieht, hat einen Wert von +25 % über der impliziten Wahrscheinlichkeit — das ist eine «Value Bet». Wer die reale Siegeschance bei 30 % sieht, zahlt auf Dauer zu viel. Das ist die Mechanik, mit der Wettprofis arbeiten; sie ist auch die Mechanik, mit der Buchmacherinnen arbeiten, und der Grund, warum die Marge auf lange Sicht beim Buchmacher bleibt.
Was die Buchmacherin anders macht: Sie hat die Quoten auf vielen Märkten, nicht nur auf einem, und sie kann Quoten kurzfristig anpassen, wenn viel Geld auf eine Seite fliesst. Das ist der «Overround» — die Summe der Kehrwerte der Quoten liegt leicht über 100 %, weil die Buchmacherin einen Schnitt macht. Auf einem Zwei-Athleten-Markt mit 1.90 zu 1.90 summieren sich die Kehrwerte zu etwa 1.0526; der Overround beträgt 5.26 %, woraus sich eine Marge von 5.0 % errechnet. Diese Marge ist es, die das Tippen langfristig zu einem Verlustgeschäft macht, wenn man es ohne Modell und ohne Disziplin betreibt.
Was keine Prognose leistet: Sie sagt die Zukunft nicht voraus. Sie reduziert die Unsicherheit auf eine Wahrscheinlichkeitsverteilung; sie ersetzt das Rennen nicht. Wer eine Quote sieht und glaubt, sie sei «falsch», weil ein bestimmter Athlet gewinnen wird, hat den Bias der retrospectiven Erklärung — nach dem Rennen weiss man, wer gewonnen hat; vor dem Rennen ist die Zukunft offen. Im Biathlon ist der Schiessanteil hoch genug, dass ein sauberes Schiessen einen klaren Vorteil verschafft, und genau diese Sauberkeit lässt sich am Schiessstand nicht vorhersagen.
Warum keine Tippliste in diesem Artikel steht: Sie wäre bei Redaktionsschluss aktuell und beim ersten Rennen danach veraltet. Wer eine seriöse Biathlon-Prognose lesen will, liest die Vorschauen der IBU, die Analysen grosser Sportzeitungen und die Quotenbewegungen der Buchmacherin in den Tagen vor dem Rennen. Diese Quellen aktualisieren täglich; eine gedruckte Liste tut es nicht.
Die einzige «sichere» Aussage zu Biathlon-Wetten ist die Mechanik, die jeder Wette innewohnt: Die Marge ist real, die Unsicherheit ist real, die Spiellimite ist real. Wer das verinnerlicht, wettet bewusster — auch wenn das Bewusstsein den Verlust nicht aufhebt.
Steuern auf Biathlon-Wettgewinne: was geht, was nicht geht
Die Frage, ob Wettgewinne steuerfrei sind, hat in der Schweiz zwei Ebenen: die Bundesebene und die kantonale Ebene. Auf der Bundesebene gilt, dass Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommensteuerfrei sind, solange sie unter dem bundesrechtlichen Steuerfreibetrag pro Gewinn bleiben. Die Schwelle liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (zuvor CHF 1’070’400). Oberhalb dieser Schwelle wird die Verrechnungssteuer von 35 % durch den Veranstalter direkt abgezogen; sie kann bei der Steuererklärung zurückgefordert werden.
Die kantonale Schwelle weicht davon ab. Manche Kantone haben einen Freibetrag pro Gewinn, der tiefer liegt als der Bund; andere behandeln Gewinne aus bewilligten Grossspielen vollständig steuerfrei. Wer in einem Kanton mit tiefem Freibetrag wohnt, kann unter Umständen schon bei einem Gewinn von CHF 3’000 steuerpflichtig werden, der auf der Bundesebene unangetastet bleibt. Die korrekte Aussage lautet deshalb: «je nach Kanton». Welcher Freibetrag im eigenen Kanton gilt, sagt die kantonale Steuerverwaltung oder der Steuerberater.
Wettgewinne aus ausländischen Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer — der ausländische Anbieter führt keine ab. Ob sie steuerfrei sind, hängt vom Kanton ab. Im Kanton Thurgau werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Andere Kantone folgen ähnlichen Regeln. Wer in einem Kanton mit anderer Praxis wohnt, fragt die Steuerverwaltung.
Was nicht existiert: Eine Wettsteuer auf den Einsatz. Es gibt sie in Deutschland (5 %), in einigen österreichischen Regelungen, in Frankreich, in Grossbritannien — aber nicht in der Schweiz. Wer den Begriff «Wettsteuer Schweiz» liest, liest entweder eine Werbung, die mit einer ausländischen Regelung wirbt, oder eine Verwechslung mit der Verrechnungssteuer, die nur bei sehr hohen Gewinnen greift.
Was die Buchmacherin vom Gewinn abzieht: Bei Sporttip ist das Cash-Out oder der Quotenboost-Modifikator, nicht eine Steuer. Der Effekt auf den Gewinn ist real; er hat aber nichts mit dem Fiskus zu tun. Wer die Differenz zwischen «Gewinn vor Cash-Out» und «Gewinn nach Cash-Out» verstehen will, schaut auf die Spielregeln, nicht auf das Steuerrecht.
Praxis-Tipp: Wer im Winter mehrere Wetten auf Biathlon platziert und die Gewinne addiert, sollte sie als einzelne Gewinne behandeln, nicht als Summe. Die Freibeträge sind pro Gewinn, nicht pro Saison. Wer einmal CHF 200’000 gewinnt, hat nicht automatisch die Schwelle überschritten — wer zehnmal CHF 200’000 gewinnt, hat zehn einzelne Gewinne unter dem Freibetrag. Der Fiskus rechnet pro Wettschein, nicht pro Person und Jahr.
Häufig gestellte Fragen
Darf in der Schweiz auf Biathlon gewettet werden — und wenn ja, wo?
Ja, in der Schweiz ist Biathlon eine bewilligte Wettsportart. Angeboten werden darf sie nur von Swisslos unter dem Produktnamen Sporttip und von der Loterie Romande unter dem Produktnamen Jouez Sport. Swisslos deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab, die Loterie Romande die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann dort ein Online-Konto eröffnen und auf Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel wetten, wenn die Gespa-Liste das Rennen führt.
Welche Wettarten gibt es bei einem Rennen mit vielen Startenden?
Bei einem Weltcup-Rennen mit rund 90 oder 120 Startenden sind die üblichen Wettarten die Siegwette (eine Person), die Podiumswette (Top 3) und die Head-to-Head-Wette (Direktvergleich zweier Starter). Bei den Staffeln kommt die Team-Wette hinzu. Spezialmärkte wie Eckbälle, Karten oder Handicap-Wetten sind im Biathlon nicht üblich und in der Gespa-Liste für Sportarten und Wettarten nicht vorgesehen. Live-Wetten sind erlaubt und werden vor dem Rennen im Wettprogramm markiert.
Wie entsteht eine Prognose zu einem Rennen — und warum gibt es keinen sicheren Tipp?
Eine Prognose kombiniert Form, Schiessquote, Streckenprofil, Wetter und Startnummer zu einer geschätzten Wahrscheinlichkeit für jede Starterin und jeden Starter. Eine Wette «lohnt» sich, wenn die eigene Schätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Einen sicheren Tipp gibt es nicht, weil das Schiessen einen grossen Varianzanteil hat und Überraschungen häufig vorkommen; auch eine Quote von 1.20 verliert in 20 % der Fälle. Wer regelmässig wettet, verliert statistisch den Anteil der Buchmacher-Marge.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Bruttogewinn ist Einsatz × Quote. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, bekommt im Erfolgsfall CHF 25 zurück, davon CHF 15 Reingewinn. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; aus CHF 10 Einsatz und Einzelquoten von 1.90, 2.20 und 3.00 wird eine Gesamtquote von 12.54 und ein Bruttogewinn von CHF 125.40. Vom Bruttogewinn geht die Wettmarge des Marktes ab, die in der Quote bereits enthalten ist; eine separate Wettsteuer auf den Einsatz fällt in der Schweiz nicht an.
Welche Verlustlimiten sind vor der ersten Wette zu setzen?
Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme eine Tages-, Wochen- und Monatslimite (1, 7 und 30 Tage) zu setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 pro Zeiteinheit, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Wer bei der Loterie Romande wettet, setzt analoge Limiten über Jouez Sport. Eine vom Bund festgelegte Einzahlungsobergrenze für Sportwetten gibt es in der Schweiz nicht.
Sind Wettgewinne steuerfrei — und was heisst «je nach Kanton»?
Auf Bundesebene sind Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten bis CHF 1’071’000 pro Gewinn einkommensteuerfrei (Stand 1. Januar 2026); darüber werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen und können bei der Steuererklärung zurückgefordert werden. Die kantonale Schwelle weicht davon ab; manche Kantone haben tiefere Freibeträge, andere behandeln Gewinne aus bewilligten Wetten vollständig steuerfrei. Wer im eigenen Kanton unsicher ist, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder den Steuerberater. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.
Erstellt vom Redaktionsteam „Skiwetten”.