Asian Handicap Wetten 2026: Märkte, Regeln und was sie den Wettenden in der Schweiz kosten

Updated Oktober 2026
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20 Oktober 2026 · Stand der Lizenzen und Spielregeln gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Zwei leere Torpfosten stehen auf einem Rasenplatz, die Netze hängen leicht im Wind, der Himmel ist grau.
Beim ganzen Handicap geht der Einsatz zurück, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt: Bei -1 und einem 2:1 von Team A ergibt sich rechnerisch 1:1.

Wer zum ersten Mal auf einen asiatischen Handicap-Markt schaut, sieht etwas Ungewohntes: keine Dreiwege-Wette mit Unentschieden, sondern eine Linie, die einer Mannschaft ein halbes, ein ganzes oder ein Viertel-Tor dazugibt. Genau das ist die Pointe, und genau da lohnt es sich, die Quoten langsam zu lesen. Denn unter dem Handicap steckt mehr Mechanik, als die Anzeige vermuten lässt, und die Mechanik hat einen Preis, der nicht erst beim Wettabschluss sichtbar wird.

Dieser Text geht deshalb nicht vom Marketing-Versprechen aus, sondern von den Fragen, die bei einer Handicap-Wette tatsächlich entscheiden: was die Quote über das Risiko sagt, wie sich der Einsatz bei Viertel-Handicaps aufteilt, wann er zurückkommt, und warum das alles in der Schweiz nur bei zwei Anbietern überhaupt zulässig ist. Der Blick auf die Marge zeigt, wie viel von jedem Franken Einsatz im Schnitt beim Veranstalter bleibt. Daraus ergibt sich, was ein «günstiger» Markt konkret heisst, und was ein scheinbarer Vorteil kostet, wenn man ihn über das ganze Wettprogramm mitnimmt.

Was Asian Handicap eigentlich ist, und warum es im Fussball so verbreitet ist

Beim asiatischen Handicap bekommt eine Mannschaft ein virtuelles Tor auf den Spielstand addiert, bevor die Wette ausgewertet wird. Das Ergebnis dieses virtuellen Spiels entscheidet über Gewinn, Verlust oder Rückerstattung. Im Unterschied zur klassischen 1X2-Wette gibt es beim asiatischen Handicap in seiner reinen Form kein Unentschieden: entweder gewinnt die gewettete Seite, oder der Einsatz kommt zurück, oder er wird auf zwei Teilwetten aufgeteilt, die unabhängig voneinander ausgehen.

Ein Fussballplatz von oben gesehen, die Linien bilden ein helles Muster auf dem Rasen, Drohnenperspektive in der Morgendämmerung.
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0.

Diese Form der Wette ist im Fussball besonders verbreitet, weil ein Tor dort oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Mit dem Handicap wird der Ausgang vorab kalibriert: Wer auf den Favoriten mit -1 wettet, gewinnt nur, wenn das Team mit zwei Toren Differenz oder mehr gewinnt. Wer +1 nimmt, gewinnt schon bei einem Unentschieden und bekommt seinen Einsatz bei einem knappen Sieg des Favoriten zurück. Das verschiebt die Quote, weil das Risiko anders verteilt ist.

Entscheidend ist: Auch ein Handicap-Markt ist ein Wettmarkt mit eingebauter Marge. Die Quote spiegelt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, sondern auch den Anteil, den der Veranstalter einbehält. Wer nur die Differenz der Quoten zwischen Anbietern vergleicht, sieht den Preis nicht. Die Marge ist die Grösse, die darüber entscheidet, was von einem Franken Einsatz im Schnitt zurückkommt.

Handicap-Formen: ganz, halb, Viertel, und was jede für den Einsatz bedeutet

Die wichtigste Unterscheidung sind die drei Stufen des Handicaps, weil jede den Einsatz anders behandelt. Wer das versteht, kann eine Handicap-Linie lesen, ohne den Wettschein zu öffnen.

Ganzes Handicap. Bei einem Handicap wie -1 oder +1 wird der Einsatz vollständig zurückerstattet, wenn sich nach der Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit 2:1 und steht auf -1, rechnet sich das Ergebnis zu 1:1, und der Einsatz kommt zurück. Das ist der grosse Unterschied zur 1X2-Wette: Es gibt eine Rückerstattung, und es gibt keinen Verlust durch ein knappes Resultat.

Halbes Handicap. Bei +0.5, +1.5 oder -0.5 gibt es diese Rückerstattung nicht. Es gewinnt immer eine Seite, weil eine halbe Tor-Differenz nie ein Unentschieden erzeugen kann. Wer auf -0.5 wettet, gewinnt nur bei einem Sieg, wer auf +0.5 wettet, gewinnt schon bei einem Remis. Halbe Linien sind die einfachste Form, weil sie nur zwei Ausgänge kennen.

Viertel-Handicap. Ein Viertel wie +0.25 oder -0.75 besteht technisch aus zwei Wetten: +0 setzt die eine Hälfte, +0.5 die andere. Wer 100 Einheiten auf +0.25 setzt, hat effektiv 50 Einheiten auf +0 und 50 Einheiten auf +0.5. Gewinnt die Mannschaft, gewinnen beide Hälften. Verliert sie, verlieren beide. Endet das Spiel unentschieden, gewinnt die +0.5-Hälfte und die +0-Hälfte wird zurückerstattet. So entsteht aus zwei einfachen Wetten eine gestaffelte Wirkung.

Diese Staffel ist der Grund, warum Viertel-Handicaps in der Quote oft zwischen den geraden und halben Linien liegen: Sie tragen das Risiko aus beiden Nachbarlinien und verteilen es gleichzeitig. Wer mit kleineren Einsätzen unterwegs ist, sollte sich klarmachen, dass eine Viertel-Linie den effektiven Einsatz verdoppelt, weil zwei Teilwetten parallel laufen.

Wie eine Handicap-Wette Schritt für Schritt abgerechnet wird

Der Ablauf wirkt auf den ersten Blick technisch, ist aber gerade deshalb streng. Wer die Reihenfolge kennt, sieht beim Wettschein sofort, was im konkreten Fall passieren wird.

Zuerst wird das Handicap auf den tatsächlichen Spielstand addiert. Aus einem 2:1 wird bei einem Handicap von -1 ein rechnerisches 1:1. Dann wird der so entstandene Spielstand gegen das Handicap ausgewertet: Gewinn, Verlust oder, bei einem glatten Ausgleich, Rückerstattung. Bei Viertel-Handicaps geschieht das zweimal, einmal pro Teilwette.

Am Ende rechnet der Veranstalter aus: Einsatz mal Quote (bei Kombiwetten mal Gesamtquote), und rundet das Ergebnis nach den eigenen Regeln. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber relevant, wenn man über viele Wetten rechnet: Bei grossem Einsatz verschwinden in der Rundung spürbare Rappenbeträge.

Wird ein Spiel abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, fällt die Wette bei Sporttip aus: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombiwetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Eine Kombi gewinnt dann nur mit den restlichen Beinen. Wer sein Wettprogramm langfristig plant, muss diese Regel kennen, weil sie bei Spielverschiebungen den Unterschied zwischen einer kleinen Delle und einem verlorenen Zettel ausmacht.

Die Rechtslage in der Schweiz: nur zwei Veranstalter sind bewilligt

Die Schweizer Rechtslage ist für ausländische Wettfreunde überraschend eng. Online-Sportwetten gelten hier als Grossspiel im Sinn des Geldspielgesetzes, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jede dieser beiden Marken bedient ihr eigenes Vertragsgebiet, und ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet möglich.

Eine Holzbank steht vor einem Verwaltungsgebäude aus Stein mit hohen Fenstern, Herbstlaub liegt auf dem Boden.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Swisslos ist eine interkantonale Genossenschaft mit Sitz in Basel und führt Sporttip im Auftrag der Deutschschweizer Kantone, des Kantons Tessin und des Fürstentums Liechtenstein. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne. Beide stützen ihre Tätigkeit auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern.

Das hat zwei praktische Folgen, die jede Handicap-Wette in der Schweiz betreffen. Erstens darf überhaupt nur angeboten werden, was die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen zulässt. Die Liste wird regelmässig angepasst; Handicap-Wetten gehören dazu, aber Eckball- oder Kartenmärkte etwa nicht, und auch E-Sports tauchen nicht auf. Zweitens gilt: Wer bei einem anderen Anbieter wettet, tut das ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft, die Sperrliste der Gespa wird regelmässig angepasst, und wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg.

Welche Handicap-Märkte in der Schweiz überhaupt angeboten werden dürfen

Was auf Sporttip und Jouez Sport zur Verfügung steht, ist nicht beliebig erweiterbar. Die Gespa führt eine geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Handicap-Wetten im Fussball sind dort enthalten, weshalb asiatische Linien in der Schweiz überhaupt verfügbar sind. Was nicht in der Liste steht, darf weder als Pre-Match- noch als Live-Markt angeboten werden.

Die Liste regelt auch Nebenpunkte, die für Handicap-Spieler relevant sind: Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Rangwetten nur, wenn die Rangierung für die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb oder für das Podium entscheidend ist. Trainingsläufe sind als Wettgegenstand ausgeschlossen. Märkte zu Eckbällen, Karten oder E-Sports fehlen in der Liste. Wer einen Markt sucht, der nicht auftaucht, wird ihn in der Schweiz offiziell nicht finden, und wer ihn anderswo spielt, spielt ihn nicht im Rahmen der Schweizer Bewilligung.

Diese Schliessung hat ihren Preis. Sie nimmt den Wettenden die Möglichkeit, Märkte zu kombinieren, die sie bei ausländischen Anbietern gewohnt sind, und sie verengt das Wettprogramm auf das, was die Aufsicht für unbedenklich hält. Im Gegenzug steht hinter jedem angebotenen Markt ein kontrolliertes Verfahren, eine bekannte Veranstalterin und eine Beschwerdestelle in der Schweiz.

Spielerschutz bei Handicap-Wetten: was Schutz dem Wettenden bringt und was er kostet

Spielerschutz funktioniert in der Schweiz veranstalterbezogen, nicht staatlich vorgeschrieben im Sinn eines fixen Einzahlungslimits. Bevor eine Person bei Sporttip erstmals teilnimmt, muss sie eigene Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von 9’999 Franken, bei unter 21-Jährigen von 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Wer sich selbst sperren will, kann das produktbezogen für einen bis 180 Tage tun, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle eingebunden ist. Wer ausgeschlossen ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Das schützt den Wettenden, aber es hat auch eine Kehrseite. Wer ein Handicap-Konzept mit steigendem Einsatz verfolgt, kann sich durch die eigenen 72-Stunden-Sperre für jede Erhöhung selbst ausbremsen. Wer mit mehreren Anbietern parallel spielen will, kann das in der Schweiz nicht, weil es nur zwei Anbieter gibt, und auch beim Wechsel zwischen ihnen gilt die Selbstsperre registerweit. Das ist keine Schwäche des Konzepts, es ist sein Zweck, und es ist der Preis für die bewilligte Verfügbarkeit.

Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können: In 47,5 Prozent von 200 Testkäufen war das möglich. Das nimmt jeder Aussage, der Verkauf sei «streng kontrolliert», die absolute Form. Online ist die Lage enger, weil dort der Identitätsnachweis per Ausweis und die Adressprüfung Pflicht sind, aber am Schalter bleibt ein Restrisiko, das jede Wettende im Hinterkopf haben sollte.

Live-Handicap, Cash-Out und die Mechanik der laufenden Wette

Live-Handicap-Wetten funktionieren nach einer eigenen Logik: Das Handicap bezieht sich meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt als 0:0. Wer bei einem Stand von 1:0 für Team A auf -0.5 setzt, wettet effektiv auf den Rest des Spiels ab Null. Das macht Live-Linien besonders für Spätentscheider interessant, weil die Wahrscheinlichkeit anders kalibriert ist als vor dem Anpfiff.

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, sowohl vor Spielbeginn als auch live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Einmal ausgeführt, lässt sich Cash-Out nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, hängt vom Verlauf ab und kann vom Veranstalter jederzeit angepasst werden. Cash-Out ist also ein Werkzeug, kein Versprechen.

Auch Live-Wetten sind bei Sporttip an Regeln gebunden: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung kann Swisslos Wetten ebenfalls mit der Quote 1.00 werten. Wer auf einen Elfmeter in der 89. Minute spekuliert und auf das Handicap dahinter setzt, sollte wissen, dass genau diese Sekunde das ganze Bein entwerten kann.

Kombinierte Wetten aus demselben Spiel sind bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion zulässig. Wer eine Handicap-Linie mit einem Over-Under-Markt aus demselben Match kombinieren will, muss den vom System vorgesehenen Weg gehen, sonst kann die ganze Kombi für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Das klingt nach einer Spitzfindigkeit, ist aber ein typischer Verlustgrund, weil die ungewollte Korrelation zweier Beine bei Handicap-Märkten besonders verlockend wirkt.

Bonusmechanik bei Sporttip: der Kombiboost, Quotenboosts und das, was sie wirklich bringen

Sporttip bewirbt einen Kombiboost, der nur online und für Prematch-, Live- und Systemwetten gilt. Voraussetzung sind mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von jeweils mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Auf den ersten Blick sieht das nach «mehr Geld für mehr Beine» aus, beim zweiten Blick zeigt sich, dass es nur den Nettogewinn erhöht, nicht den Einsatz versichert. Ein verlorenes Bein lässt den ganzen Zettel fallen, und kein Boost repariert das.

Daneben gibt es Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Wer mit Boosts plant, sollte sie als kleine Beimischung verstehen, nicht als Strategie: Ein Boost ändert die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses nicht, er ändert nur, was im Gewinnfall herauskommt.

Die Regeln dazu sind in den Sporttip-Teilnahmebedingungen hinterlegt. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa. Das hebt den Standard: Was angeboten wird, ist bewilligt und veröffentlicht, nicht über eine Promo-Aktion in den Markt gedrückt. Was hingegen nicht bewilligt ist, taucht in der Schweiz auch nicht als «Aktion» auf, sondern kommt gar nicht erst auf den Wettschein.

Marge und Quote: was die Marge in Handicap-Quoten konkret kostet

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken im Durchschnitt einbehält. Sie ist das, was am Ende der entscheidende Unterschied zwischen zwei Anbietern mit ähnlichen Handicap-Linien ist, und sie ist der Grund, warum eine Quote von 1.90 nicht dasselbe ist wie eine Quote von 1.95.

Ein Beispiel macht das plastisch. Stellen wir uns einen Zweiwege-Markt mit Handicap vor, in dem beide Seiten mit der Quote 1.90 angeboten werden. Die Auszahlungsquote ist dann 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90), also 1 geteilt durch rund 1.0526, was etwa 0.95 oder 95 Prozent ergibt. Die Marge liegt entsprechend bei rund 5 Prozent. In Worten: Von jedem eingesetzten Franken zahlt der Markt im Schnitt 95 Rappen zurück, 5 Rappen bleiben beim Veranstalter. Bei einer höheren Marge, etwa wenn beide Seiten mit 1.85 notiert sind, sinkt die Auszahlungsquote auf rund 92,5 Prozent und die Marge steigt auf etwa 7,5 Prozent.

Was das für Handicap-Spieler heisst, ist schnell gesagt. Eine Handicap-Linie mit niedrigerer Marge ist auf Dauer günstiger zu bespielen, weil von jedem Franken mehr zurückkommt. Ein Unterschied von zwei Prozentpunkten Marge sieht im Quotenfeld klein aus, macht aber über das ganze Wettprogramm den Unterschied aus. Wer Handicap-Strategien langfristig verfolgt, sollte die Marge vor dem Handicap-Typ vergleichen, nicht nur die Quote einer Seite.

Einsatzlimiten, Gewinnlimiten und der Preis des eigenen Wettverhaltens

Sporttip setzt den Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten auf 1 Franken, den Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette auf 1’000 Franken und pro Systemwette auf 10’000 Franken. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Für die allermeisten Wettenden ist die Untergrenze das entscheidende Limit, weil sie bestimmt, wie viele kleine Wetten in einer Sitzung möglich sind.

Bei Jouez Sport liegen die Werte näher beieinander, aber tiefer: Online beträgt der Mindesteinsatz 2 Franken, in Verkaufsstellen 3 Franken, für Multiples 2 Franken, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette 500 Franken, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei 300’000 Franken, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei 1’000’000 Franken. Die Mindestquote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Beide Anbieter runden den Gewinn auf eine eigene Art: Bei Sporttip auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei grossem Einsatz verschwinden in der Rundung Rappenbeträge, die sich über das Jahr summieren. Wer das in sein Wettbudget einpreist, sieht den realen Erwartungswert einer Wette und nicht den beworbenen.

Wird eine Wette wegen einer spielentscheidenden Situation storniert und mit Quote 1.00 gewertet, fällt der erwartete Gewinn auf null. Bei kleinen Quoten ist das ein vollständiger Verlust des erwarteten Nettogewinns, bei grossen Quoten ein überraschend grosses Loch. Wer auf Live-Handicap setzt, sollte diese Regel mitlesen, weil sie genau in den Minuten gilt, in denen Handicap-Entscheidungen fallen.

Wer in der Schweiz Handicap wetten kann: Voraussetzungen und Kontoeröffnung

Bei Sporttip beginnt die Teilnahme mit einer Online-Registrierung. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 18 Jahren, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und die Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird per Ausweis hochgeladen, die Daten werden aus dem Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Personen, die als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnehmen, dürfen auf dieses Ereignis nicht wetten.

Bei Jouez Sport gelten vergleichbare Regeln. Die Verkaufsstellen sind physisch in der Westschweiz, eine Online-Teilnahme ist nur mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich. Beide Anbieter kennen nur ein Konto pro Person und nur eigene Zahlungskonten der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Anonyme Auszahlungen, Kryptowährungen oder Auszahlungen an Drittkonten sind in der bewilligten Schweizer Wette nicht vorgesehen.

Diese Mechanik hat zwei Folgen. Wer umzieht und das Vertragsgebiet verlässt, verliert in der Regel den Zugang zum bisherigen Anbieter, und ein Wechsel ist nur in das andere Vertragsgebiet möglich, nicht in einen Drittanbieter. Wer eine zweite Identität nutzt, um die Limiten zu umgehen, verstösst gegen die Teilnahmebedingungen und riskiert die Sperre. Das ist kein Nebenpunkt: Es ist die Stelle, an der die Schweizer Bewilligung den Schutz ernst nimmt.

Besteuerung: warum ein normaler Gewinn steuerfrei ist und ein grosser nicht

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, der auf Bundesebene seit dem 1. Januar 2026 bei 1’071’000 Franken liegt. Über dieser Schwelle hält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, weshalb die Faustregel lautet: je nach Kanton, niemals eine kantonale Zahl als allgemeingültig darstellen.

Für die meisten Wettenden ist die Schwelle kein Thema. Ein typischer Wettgewinn liegt weit darunter, weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Wer aber mit Handicap-Kombis auf hohe Quoten spielt und tatsächlich in die Nähe des Freibetrags kommt, sollte die Frage mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären, bevor der Veranstalter die Verrechnungssteuer abzieht.

Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil der ausländische Anbieter in der Schweiz nicht abzugspflichtig ist. Die kantonale Praxis ist hier uneinheitlich: Der Kanton Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Wer in einem anderen Kanton wohnt, sollte die kantonale Praxis prüfen, bevor er auf einen ausländischen Anbieter ausweicht, um die Schweizer Steuerregel zu umgehen, der Effekt kann ins Gegenteil kippen.

Werbung, Boni und das, was in der Schweiz nicht erlaubt ist

Werbung für Geldspiele darf in der Schweiz nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und wird mit einer Busse bis zu 500’000 Franken geahndet. Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa: 2025 hat sie der Loterie Romande 24 Zustimmungen erteilt, Swisslos 8. Was auf dem Wettschein landet, ist also nicht bloss ein Marketing-Vorschlag, sondern ein bewilligtes Angebot.

Die Konsequenz für die Wettenden ist nüchtern. Wer mit «riesigen Bonus-Paketen» oder «gratis Startguthaben» ohne Schweizer Bewilligung wirbt, bewegt sich am Rand der Illegalität, und die Sperrliste der Gespa wird regelmässig aktualisiert. Domains werden per DNS gesperrt, die Liste enthält nach Gespa-Stand Ende 2025 671 Domains, einzelne Anbieter wie bet365, Interwetten und Bet-at-Home sind namentlich genannt. Die Sperrung wird innerhalb von Stunden ersetzt, sobald ein Anbieter auf neue Domains ausweicht, was das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Aufsicht und Anbieter in der Schweiz dauerhaft hält.

Was auf einer bewilligten Seite angeboten wird, hat die Gespa-Schwelle passiert. Das heisst nicht, dass jede Aktion ein gutes Geschäft ist, aber es heisst, dass die Aufsicht die Bedingungen gesehen hat, bevor sie auf den Markt kamen. Das ist der Unterschied, der bei Streit den Ausschlag gibt.

Anbieter, die in der Schweiz Handicap anbieten, und solche, die es nicht dürfen

Die folgende Übersicht trennt, was die Schweizer Bewilligung trennt. Sie beschreibt die bewilligten Anbieter zuerst, weil dort die Handicap-Märkte im Rahmen der Gespa-Liste verfügbar sind, und führt die ausländischen Marken anschliessend auf, weil Schweizer Wettende ihnen im Netz begegnen, ohne dass sie in der Schweiz eine Bewilligung haben.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Sporttip (Swisslos) Grossspiel-Bewilligung unter BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Jouez Sport (Loterie Romande) Grossspiel-Bewilligung unter BGS Loterie Romande, Lausanne
BetOnRed Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
BassBet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
Jackbit Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
Betclic Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
myBet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
BDMBet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
Coolzino Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz
BetFury Keine Schweizer Bewilligung Lizenz aus dem Ausland, ohne Kraft in der Schweiz

Swisslos Sporttip

Sporttip ist die Sportwette der Swisslos und eine der beiden bewilligten Marken in der Schweiz. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, ein Online-Konto gibt es nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet. Handicap-Wetten sind im Fussball verfügbar, weil die Gespa-Liste sie vorsieht, und die Quoten sind im typischen Marktumfeld angesiedelt.

Die Spielregeln sind klar definiert: Mindesteinsatz 1 Franken, Höchsteinsatz 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und 10’000 Franken pro Systemwette, mit der Möglichkeit, die Limiten jederzeit anzupassen. Der Gewinn wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Cash-Out ist nur online und nur vollständig verfügbar, nicht für jeden Markt, und nicht rückgängig zu machen. Bei abgesagten Spielen gilt die 48-Stunden-Regel, und kombinierte Wetten aus demselben Spiel laufen nur über die Bet-Builder-Funktion. Wer mit Live-Handicap spielt, muss mit der Quote 1.00 für nach dem Ergebnis platzierte Wetten rechnen.

Das Preis-Leistungs-Bild passt zu einem Anbieter, der keine Werbe-Rallyes fährt, sondern im bewilligten Rahmen ein vollständiges Wettprogramm führt. Für Schweizer Wettende, die mit den üblichen Handicap-Linien auskommen und den Schutz der Gespa schätzen, ist Sporttip die naheliegende Wahl. Wer auf Eckballmärkte, exotische Handicap-Kombinationen oder Kryptowährungen setzt, ist hier falsch und wird es auch nicht durch eine Bonus-Aktion werden.

Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport ist die Sportwette der Loterie Romande und die zweite bewilligte Marke in der Schweiz. Das Vertragsgebiet umfasst die sechs Westschweizer Kantone, ein Online-Konto gibt es nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet. Die Loterie Romande betreibt nach eigenen Angaben 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende, die Hauptadresse ist Avenue de Provence 14 in Lausanne.

Der finanzielle Rahmen ist enger als bei Sporttip: Mindesteinsatz online 2 Franken, in Verkaufsstellen 3 Franken, Höchsteinsatz 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette, Multiple-Wettscheine bis 7’500 Franken, Höchstgewinn 300’000 Franken pro Wette und 1’000’000 Franken pro Multiple. Die Mindestquote liegt bei 1.10, die Höchstquote bei 100’000. Für Wettende, die mit kleineren Einsätzen spielen, sind die Mindestquoten und Mindesteinsätze der spürbare Punkt: Eine Handicap-Linie mit Quote 1.05 ist bei Jouez Sport nicht spielbar.

Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt und mit mässigen Einsätzen unterwegs ist, findet hier ein vollständig bewilligtes Wettprogramm. Die Begrenzung ist eine bewusste Wahl des Veranstalters, sie schränkt das Hochrisiko-Segment ein, ohne den Markt für Alltagswetten zu schliessen. Für Handicap-Strategien mit kleinen Einsätzen und kurzen Quoten ist das ein guter Boden, für risikoreiche Kombis mit hoher Gesamtquote ist die Höchstquote 100’000 ein echter Deckel.

BetOnRed

BetOnRed ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Kraft. Wer hier spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rekursweg im Streitfall und keine Aufsicht durch die Gespa. Die Sperrliste der Gespa kann Domains dieses Anbieters per DNS blockieren, und die Aufsicht aktualisiert diese Liste regelmässig.

Für die Handicap-Wette heisst das: Das Angebot kann breiter sein als in der Schweiz, weil keine Gespa-Liste greift, aber im Konfliktfall steht der Wettende ohne die Schweizer Schutzmechanik da. Wer den Anbieter trotzdem nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Schweizer Aufsicht hier weder die Quoten noch die Auszahlungswege prüft, und dass die kantonale Steuerpraxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen anders behandeln kann als inländische. Der Anbieter ist in der Schweiz nicht legal verfügbar und gehört in eine Übersicht, nicht auf den Wettschein.

BassBet

BassBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung und folgt im Profil dem Muster, das viele neue Offshore-Anbieter zeigen: breite Wettmärkte, Bonus-Aktionen, Kryptowährungen. Die Schweizer Aufsicht hat hier keine Handhabe, die Sperrliste der Gespa kann Domains dieses Anbieters blockieren, und ein Domain-Wechsel ersetzt die Sperrung innert Stunden.

Wer bei BassBet eine Handicap-Linie spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg und keinen Zugriff auf das Schweizer Ausschlussregister. Die Marge lässt sich ohne Schweizer Vergleich nicht seriös einordnen, und die Bonusbedingungen sind nach AGB des Anbieters, nicht nach Schweizer Recht zu beurteilen. Für die Handicap-Übersicht in der Schweiz ist BassBet eine Marke, die im Netz sichtbar ist, aber nicht im bewilligten Rahmen angeboten wird. Die Beschreibung endet damit, dass die Marke in der Schweiz keine bewilligte Heimat hat, und genau das ist die Information, die für die Wahl zählt.

Jackbit

Jackbit ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, die im Profil mit Kryptowährungen und einer breiten Wettauswahl wirbt. Aus Schweizer Sicht gilt: keine Gespa-Bewilligung, kein Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht über die Quoten, und kein Schweizer Rekursweg.

In der Handicap-Übersicht ist Jackbit vor allem ein Beispiel dafür, dass das breite Angebot ausländischer Anbieter in der Schweiz nicht zur Verfügung steht. Wer bei Jackbit eine Handicap-Linie mit ungewöhnlicher Tiefe findet, sieht sie in der Schweiz nicht auf einer bewilligten Plattform, und genau diese Lücke zwischen Markt und Bewilligung ist es, die die Gespa-Liste schliesst, indem sie in der Schweiz nur das zulässt, was sie freigegeben hat. Die Seite, die Jackbit anbietet, ist im Ausland beheimatet, und die Bedingungen, die dort gelten, sind nicht die Schweizer.

Betclic

Betclic ist eine europäische Marke ohne Schweizer Bewilligung, die in mehreren Ländern legal tätig ist, aber in der Schweiz nicht. Aus der Sicht der Gespa ändert das nichts: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, und die Sperrliste der Gespa kann Domains dieses Anbieters blockieren. Wer in der Schweiz wohnt und bei Betclic spielt, tut das ausserhalb der Schweizer Bewilligung und ohne den Schutz des Schweizer Ausschlussregisters.

In der Handicap-Übersicht ist Betclic ein Beispiel dafür, dass Bekanntheit nicht mit Schweizer Bewilligung gleichzusetzen ist. Die Marke hat in anderen Märkten ein vollständiges Sportwetten-Angebot, in der Schweiz gehört sie zu den Domains, die per DNS blockiert werden können. Die Folge für Wettende: Wer auf Betclic eine Handicap-Linie spielt, hat im Streitfall keine Schweizer Anlaufstelle, und die Quoten unterliegen nicht der Schweizer Aufsicht. Die Beschreibung endet mit dem Hinweis, dass die Plattform in der Schweiz nicht bewilligt ist.

myBet

myBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Das Profil unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Offshore-Anbietern: breite Märkte, Bonus-Aktionen, keine Schweizer Aufsicht, kein Zugang zum Schweizer Ausschlussregister. Die Sperrliste der Gespa kann Domains dieses Anbieters per DNS blockieren, und die Aufsicht aktualisiert die Liste regelmässig.

Für die Handicap-Übersicht heisst das: myBet ist in der Schweiz nicht legal verfügbar, ein Konto bei diesem Anbieter wird im Streitfall nicht durch die Schweizer Aufsicht geschützt, und die kantonale Steuerpraxis kann Gewinne aus diesem Anbieter anders behandeln als Gewinne aus bewilligten Schweizer Wetten. Die Plattform bleibt eine ausländische Adresse, und die Bedingungen, die auf der Plattform gelten, sind nicht die Bedingungen, die in der Schweiz gelten.

BDMBet

BDMBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, die im Stil vieler neuer Offshore-Anbieter auftritt. Eine fremde Konzession hat in der Schweiz keine Kraft, und die Gespa-Sperrliste kann Domains blockieren. Wer in der Schweiz wohnt und ein Konto bei BDMBet eröffnet, tut das ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

In der Handicap-Übersicht reiht sich BDMBet in die Gruppe der Offshore-Anbieter ein, die im Schweizer Netz sichtbar sind, ohne bewilligt zu sein. Die genauen Handicap-Linien und Margen des Anbieters lassen sich ohne bewilligten Schweizer Vergleich nicht seriös einordnen, und genau das ist der Punkt: Die Schweizer Aufsicht bewertet diese Anbieter nicht, und die Wettenden sollten es auch nicht tun, ohne die fehlende Schweizer Bewilligung mitzudenken.

Coolzino

Coolzino ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform wirbt mit einem breiten Wettprogramm und richtet sich an einen internationalen Markt, nicht an den Schweizer. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, und der Anbieter hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister.

In der Handicap-Übersicht ist Coolzino ein weiteres Beispiel für die Lücke zwischen Marktangebot und Schweizer Bewilligung. Die Plattform bietet Handicap-Märkte an, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, und genau diese Lücke ist es, die die Gespa-Liste schliessen will, indem sie nur das zulässt, was auf der Liste steht. Wer auf Coolzino spielt, ist im Streitfall auf das ausländische Recht des Anbieters angewiesen, nicht auf das Schweizer.

BetFury

BetFury ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, die mit Kryptowährungen und einer breiten Wettauswahl wirbt. Auch hier gilt: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, und der Anbieter hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister. Wer in der Schweiz wohnt und ein Konto bei BetFury eröffnet, tut das ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

In der Handicap-Übersicht reiht sich BetFury in die Offshore-Gruppe ein. Die Plattform bietet Handicap-Märkte an, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, und die Aufsicht bewertet sie nicht. Für Wettende ist die Beschreibung damit vollständig: Die Plattform existiert im Markt, aber nicht im Schweizer bewilligten Rahmen, und genau das ist die Information, die zählt, wenn man sich für eine Handicap-Linie entscheidet.

Was Handicap-Wetten den Wettenden in der Schweiz konkret kosten

Die Kosten einer Handicap-Wette setzen sich aus mehreren Posten zusammen, und wer nur die Quote sieht, übersieht die meisten davon. Die Marge ist der eine Posten, die Rundung der andere, die Stornoregeln sind ein dritter, und die Spielsuchtprävention ist ein vierter, der nicht in Franken, sondern in Selbstbeschränkung bezahlt wird.

Die Marge liegt bei einem typischen Zweiwege-Markt mit Handicap zwischen etwa 5 Prozent und 7,5 Prozent, je nach Anbieter und Linie. Bei 5 Prozent Marge werden von 100 Franken Einsatz im Schnitt 95 Franken zurückgezahlt, bei 7,5 Prozent sind es noch 92,50 Franken. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über das Jahr, gerade wenn man mit Handicap-Strategien viele Wetten platziert. Eine Linie mit einer um zwei Prozentpunkte höheren Marge kostet auf 10’000 Franken Einsatz etwa 200 Franken mehr, ohne dass die einzelne Wette schlechter wirkt.

Die Rundung ist der zweite Posten. Sporttip rundet den Gewinn auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf fünf Rappen ab. Bei grossem Einsatz bedeutet das pro Wette ein paar Rappen Verlust, über das Jahr hinweg eine spürbare Grösse. Wer in seinem Wettbudget mit glatten Quoten rechnet, sollte den realen Erwartungswert mit der Rundung berechnen, nicht ohne.

Die Stornoregeln sind der dritte Posten. Wird eine Wette mit Quote 1.00 gewertet, fällt der erwartete Gewinn weg, und bei Live-Handicap ist genau das in spielentscheidenden Situationen möglich. Wer eine Strategie fährt, die auf die letzten Minuten spekuliert, sollte diese Regel mit einpreisen, weil sie im falschen Moment den Unterschied zwischen einem kleinen Gewinn und einem glatten Verlust macht.

Die Spielsuchtprävention ist der vierte Posten, der sich nicht in Franken, sondern in Selbstbeschränkung ausdrückt. Wer die eigenen Verlustlimiten konsequent setzt, gibt einen Teil seiner Handlungsfreiheit ab, gewinnt aber die Möglichkeit, das Handicap-Konzept über Monate zu betreiben, ohne in ein Verlust-Loch zu fallen. Wer die Limiterhöhung alle 72 Stunden nutzt, hat am Ende mehr Verluste als Gewinne, und genau das ist der Punkt, an dem die Mechanik des Schutzes wirkt.

Wie man als Wettender in der Schweiz mit Handicap umgeht

Wer mit Handicap in der Schweiz spielt, hat nur zwei Plattformen, die bewilligt sind, und beide innerhalb ihres Vertragsgebiets. Die Wahl der Plattform hängt damit zuerst am Wohnsitz, dann an den persönlichen Vorlieben beim Wettprogramm. Wer im Vertragsgebiet von Sporttip wohnt, hat dort die grössere Auswahl und die höheren Höchsteinsätze. Wer im Vertragsgebiet von Jouez Sport wohnt, hat dort das passende Programm und die passenden Limiten. Wer die Westschweizer Märkte spielen will, ohne in der Westschweiz zu wohnen, hat keine legale Option in der Schweiz, und das ist keine Lücke, sondern die Konsequenz aus der interkantonalen Vereinbarung.

Innerhalb der bewilligten Plattform lohnt sich der Blick auf die Marge, nicht auf die einzelne Quote. Eine Handicap-Linie mit 1.90 und einer Marge von 5 Prozent ist langfristig günstiger als eine Linie mit 1.95 und einer Marge von 7 Prozent, auch wenn die zweite Quote auf den ersten Blick besser aussieht. Wer mehrere Wetten pro Woche platziert, sieht den Unterschied über das Jahr.

Bei Kombis lohnt sich der Blick auf den Kombiboost, aber mit dem Wissen, dass er nur den Nettogewinn erhöht, nicht den Einsatz absichert. Ein verlorenes Bein wirft den ganzen Zettel, und kein Boost repariert das. Wer mit kleinen Einsätzen und vielen Beinen spielt, sollte die Mindestquote 1.50 pro Bein mitlesen, weil sie eine echte Hürde ist und nicht alle Linien erreichen.

Bei Live-Handicap lohnt sich der Blick auf den Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe. Wer auf -0.5 in der 80. Minute bei einem 1:0 setzt, wettet auf den Rest des Spiels ab Null, nicht auf den ganzen Match. Das ändert die Bedeutung der Quote, und wer das nicht mitrechnet, sieht seine Wette im falschen Licht.

Häufige Fragen zu Asian Handicap in der Schweiz

Was sind Asian-Handicap-Wetten?

Asian Handicap ist eine Wettform, bei der eine Mannschaft ein virtuelles Tor auf den Spielstand addiert bekommt, bevor die Wette ausgewertet wird. Im Unterschied zur 1X2-Wette gibt es beim reinen asiatischen Handicap kein Unentschieden, der Einsatz wird bei einem rechnerischen Ausgleich vollständig oder anteilig zurückerstattet, je nach Linie. In der Schweiz ist diese Wettform bewilligt, aber nur über die zwei zugelassenen Veranstalter.

Was unterscheidet Asian Handicap von der klassischen 1X2-Wette?

Die 1X2-Wette kennt drei Ausgänge: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Die Asian-Handicap-Wette reduziert die Ausgänge auf zwei Seiten, indem das Handicap den Unentschieden-Pfad schliesst, teilweise offen hält oder in zwei Hälften aufspaltet. Das verschiebt die Quoten und verändert das Risiko, weil ein knappes Resultat bei ganzen Handicaps nicht zu einem Verlust führt, sondern zu einer Rückerstattung.

Was bedeutet ein Viertel-Handicap wie +0.25 für den Einsatz?

Ein Viertel-Handicap wie +0.25 besteht aus zwei Wetten: zur Hälfte auf Handicap 0, zur Hälfte auf Handicap +0.5. Bei 100 Einheiten Einsatz sind es 50 Einheiten pro Teilwette. Bei einem Sieg der gewetteten Mannschaft gewinnen beide Hälften, bei einer Niederlage verlieren beide, bei einem Unentschieden gewinnt die +0.5-Hälfte, und die +0.0-Hälfte wird zurückerstattet. Wer mit Viertel-Handicap spielt, sollte sich bewusst sein, dass zwei Teilwetten parallel laufen.

Wann wird der Einsatz bei einem ganzen Handicap zurückerstattet?

Bei einem ganzen Handicap wie -1 oder +1 wird der Einsatz vollständig zurückerstattet, wenn sich nach der Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit 2:1 und steht auf -1, ist der rechnerische Spielstand 1:1, und der Einsatz geht zurück. Das ist der zentrale Unterschied zur halben Linie, bei der es keine Rückerstattung gibt, weil immer eine Seite gewinnt.

Wer entscheidet, ob ein Handicap-Markt in der Schweiz angeboten werden darf?

In der Schweiz entscheidet die Gespa über die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Nur was auf dieser Liste steht, darf von den zwei bewilligten Veranstaltern, Swisslos und Loterie Romande, angeboten werden. Märkte, die nicht auf der Liste stehen, etwa Eckball- oder Kartenmärkte oder E-Sports, sind in der Schweiz nicht bewilligt und werden von den bewilligten Anbietern nicht angeboten.

Wie wirkt sich die Marge auf den Erwartungswert einer Handicap-Wette aus?

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Franken Einsatz im Durchschnitt einbehält. Bei einer Marge von 5 Prozent zahlt der Markt 95 Rappen pro Franken zurück, bei 7,5 Prozent nur 92,5 Rappen. Über viele Wetten summiert sich der Unterschied, und eine Handicap-Linie mit niedrigerer Marge ist langfristig günstiger als eine Linie mit höherer Marge, auch wenn die Einzelquote der zweiten Linie auf den ersten Blick besser aussieht. Der Vergleich der Margen ist der genauere Blick auf den Preis einer Wette.

Verfasst vom Team von „Skiwetten”.

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