20 Oktober 2026 – Geprüft gegen die aktuelle Gespa-Bewilligungslage (Eidgenössische Geldspielaufsicht, Bern) sowie die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport.

1×2-Wette einfach erklärt: Was Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg bedeuten

Updated Oktober 2026
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Wer zum ersten Mal einen Fussball-Wettschein in der Hand hält, sieht drei Kästchen, die mit «1», «X» und «2» beschriftet sind. Die Kombination «1X2» steht für die klassische Dreiweg-Wette: drei mögliche Ausgänge eines Spiels, drei Quoten, ein Wettmarkt. Wer die Mechanik einmal verstanden hat, erkennt sie in jeder Sportart wieder, in der ein Spiel in regulärer Zeit mit einem Sieger enden kann.

Ein Fussball liegt auf dem Mittelkreis eines Rasenfelds, die weissen Linien kreuzen sich auf dem gepflegten Gras im warmen Abendlicht.
Bei der klassischen Siegwette im Fussball gibt es drei Ausgänge: «1» für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg.

Die Schweiz bildet in dieser Mechanik keine Ausnahme, beim Angebot allerdings schon. Fussballwetten dürfen nur zwei Organisatoren anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz und im Tessin sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport in der Westschweiz. Wer in einem anderen Kanton wohnt, kann sich nur bei dem für seinen Wohnsitz zuständigen Veranstalter online registrieren. Angebote ausländischer Buchmacher erreichen Schweizer Spielerinnen und Spieler über das Internet, sind hier aber ohne Bewilligung und stehen auf der Gespa-Sperrliste.

Dieser Text erklärt Schritt für Schritt, wie die 1×2-Wette funktioniert, wie die Quoten der drei Ausgänge entstehen, was die Auszahlung konkret bedeutet, und welche Regeln in der Schweiz gelten.

Wettmärkte rund um die Dreiweg-Wette

Was 1, X und 2 auf dem Wettschein bedeuten

Die Zahl «1» steht für den Heimsieg: Die Heimmannschaft gewinnt das Spiel nach regulärer Spielzeit. Das «X», manchmal auch als «0» dargestellt, bezeichnet das Unentschieden nach Ablauf der regulären Spielzeit. Die «2» schliesslich steht für den Auswärtssieg: Die Gastmannschaft verlässt den Platz als Sieger. Die Reihenfolge 1, X, 2 liest sich also als «Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg» – die Endung «2» markiert, wer auswärts spielt und gewinnt.

Wichtig ist der Zusatz «reguläre Spielzeit». Bei Fussball zählen die 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen werden nur dann mitgerechnet, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Wer bei einem Pokalspiel auf «2» tippt und das Spiel in die Verlängerung geht, hat dann verloren, wenn das Endergebnis nach 90 Minuten Remis hiess und die Auswärtsmannschaft erst im Elfmeterschiessen gewann – sofern die Wette nur die reguläre Spielzeit umfasste.

Wie eine Quote entsteht

Eine Quote ist das Verhältnis zwischen Einsatz und möglichem Bruttogewinn. Bei einer Quote von 2.50 für den Heimsieg erhält eine Spielerin, die 10 Franken riskiert, im Erfolgsfall 25 Franken zurück: den Einsatz von 10 Franken plus den Nettogewinn von 15 Franken. Bei Quote 1.50 wären es 15 Franken Gesamt, also 5 Franken Gewinn. Der Sporttip-Gewinnbetrag wird nach der Auswertung zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Drei Quoten für ein Spiel stehen nie unabhängig nebeneinander. Sie ergeben zusammen die implizierte Auszahlungsquote des Marktes. Wer für alle drei Ausgänge jeweils 2.10 bekäme, hätte 1 geteilt durch (1/2.10 + 1/2.10 + 1/2.10) gerechnet eine Auszahlung von 0,70. Die fehlenden 30 Prozent sind die Marge, die der Wettanbieter einbehält – bei jeder Wette, unabhängig vom Ausgang.

Doppelte Chance und Handicap als Varianten

Die Doppelte Chance fasst zwei der drei Ausgänge zusammen: 1X bedeutet Heimsieg oder Unentschieden, X2 Unentschieden oder Auswärtssieg, 12 Heimsieg oder Auswärtssieg. Da die Wette zwei mögliche Ergebnisse abdeckt, liegt die Quote tiefer als beim reinen 1X2-Markt. Wer auf den Favoriten und das Remis setzen will, ohne sich für eines der beiden zu entscheiden, findet hier eine Absicherung gegen das «falsche» Unentschieden.

Das Handicap funktioniert umgekehrt: Einer Mannschaft wird ein virtueller Vor- oder Rückstand angerechnet, bevor das Spiel beginnt. Ein Handicap von -1 für den Favoriten bedeutet, dass dieser mit zwei Toren Unterschied gewinnen muss, damit die Wette auf den Favoriten erfolgreich ist. Das Handicap verschiebt die Quoten, weil es das Risiko anders verteilt.

Über-Unter-Wetten schliesslich beziehen sich nicht auf den Sieger, sondern auf die Anzahl Tore, Tore im Eishockey, Punkte im Basketball oder Körbe im Handball. Das Angebot an Märkten hängt vom Veranstalter und von der Veranstaltung ab – die Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe legt fest, welche Ereignisse in der Schweiz überhaupt gewettet werden dürfen.

Anbieter im Vergleich: Wo Schweizer Spieler die 1×2-Wette platzieren können

In der Schweiz gibt es für die 1×2-Wette zwei seriöse Adressen – beide staatlich bewilligt, beide an einen Kantonalsprengel gebunden. Wer sich online registrieren möchte, braucht Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Die folgende Übersicht ordnet die in der Schweiz zugelassenen Anbieter nach ihrer Bewilligungslage und ihrem organisatorischen Hintergrund ein.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter und Bewilligungsrahmen
Swisslos Sporttip Gespa (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Gespa (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) Loterie Romande, Lausanne – Jouez Sport
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetLabel keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BDMBet keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betify keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Gamdom keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Roobet keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BC.Game keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Unibet keine Schweizer Bewilligung ausländisch bewilligt, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die acht ausländischen Marken am Ende der Tabelle tauchen in der Wahrnehmung vieler Schweizer Spielerinnen und Spieler auf, weil sie im Internet werben oder über Soziale Netzwerke erreichbar sind. In der Schweiz ist ihre Tätigkeit ohne Bewilligung. Die Gespa pflegt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren – wer dennoch spielt, hat keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Garantie für die Auszahlung.

Grundlagen der 1×2-Wette in der Schweiz

Das Wettkonto und seine Voraussetzungen

Wer in der Schweiz online wetten will, braucht ein Spielkonto bei einem der beiden bewilligten Veranstalter. Bei Sporttip und Jouez Sport ist die Online-Registrierung erst ab 18 Jahren und mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet möglich. Bei Swisslos sind das die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, bei der Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Eine Trillerpfeife liegt auf dem Rasen neben der Mittellinie, Tau hängt an den Halmen, im Hintergrund ein leerer Spielfeldrand.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000.

Die Identität wird vor der ersten Einzahlung verifiziert. Swisslos liest die Daten aus einem hochgeladenen Ausweis aus und gleicht sie mit Adressdatenbanken ab. Jede Person darf sich nur einmal registrieren; eine zweite Registrierung ist unzulässig. Wer noch nie auf der Plattform war, beginnt mit der Verlustlimite: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Obergrenze liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Einsatz, Quote und Gewinn

Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt 1 Franken pro Einzel- oder Kombinationswette, der Höchsteinsatz 1’000 Franken. Systemwetten dürfen bis zu 10’000 Franken Einsatz enthalten. Bei Jouez Sport liegt der Online-Mindesteinsatz bei 2 Franken, in den 2’350 Verkaufsstellen der Westschweiz bei 3 Franken, und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei 500 Franken. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten.

Der Gewinnbetrag berechnet sich bei beiden Veranstaltern aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombinationswette wird die Gesamtquote – das Produkt der Einzelquoten – mit dem Einsatz multipliziert. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport darf die Gesamtquote nicht über 100’000 liegen und muss mindestens 1.10 betragen. Pro Einzel- oder Kombiwette liegt der Höchstgewinn bei 300’000 Franken, für alle Multiples zusammen bei 1’000’000 Franken.

Zur Veranschaulichung der Marge: Ein fiktives Spiel mit Quoten von 1.90 auf Heimsieg, 1.90 auf Unentschieden und 1.90 auf Auswärtssieg ergäbe eine Auszahlung von 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90 + 1/1.90) – also rund 0’633. Die Marge läge damit bei etwa 37 Prozent – der Buchmacher behielte von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, rund 37 Rappen ein. Solche symmetrischen Quoten kommen in der Praxis selten vor; sie stehen hier als Rechenbeispiel, nicht als beobachteter Preis.

Die Marge eines realen Marktes hängt von der Veranstaltung, dem Markt und dem Zeitpunkt ab. Bei grossen Fussball-Ligen mit hohem Wettvolumen liegen die Margen typischerweise im Bereich von 5 bis 8 Prozent, bei unbekannteren Ligen oder Spezialmärkten deutlich höher. Wer die Margen vergleichen will, muss die implizierten Auszahlungsquoten direkt aus den angebotenen Quoten rechnen – der direkte Blick auf den tiefsten oder höchsten Preis hilft nicht weiter, weil die Verteilung zählt.

Spielregeln, die in der Praxis selten auffallen

Eine Sporttip-Wette wird ungültig, wenn das Ereignis abgesagt wird und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird. Bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückerstattet, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Wer eine Kombination getippt hat, verliert also nicht zwingend die ganze Wette, wenn ein Spiel ausfällt – die anderen Voraussagen laufen weiter.

Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich übertragen wird. Wetten, die nach dem eigentlichen Eintreten des Ausgangs platziert werden – etwa nach dem Abpfiff oder einem klaren Elfmeter in der Nachspielzeit –, zählen mit Quote 1.00 und werden wie ein nicht abgegebener Tipp behandelt. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Sporttip laufende Wetten ebenfalls auf Quote 1.00 setzen, weil die faire Bewertung nicht mehr gegeben ist.

Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der angebotene Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Abschluss und hängt vom Spielstand ab; Swisslos kann ihn jederzeit ändern und muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Rechtslage: Warum nur zwei Anbieter in der Schweiz erlaubt sind

Das Geldspielgesetz und seine Struktur

Seit dem 1. Januar 2019 regelt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) das Glücksspiel in der Schweiz. Online-Sportwetten gelten als Grossspiel und fallen damit unter eine besondere Kategorie. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung für das Unternehmen und der Spielbewilligung für jedes einzelne Spiel. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft.

Ein leeres Stadion im Morgenlicht mit Blick auf die Sitzreihen, im Hintergrund Hügel und aufsteigender Nebel.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Das Gesetz begrenzt die Zahl der Veranstalter für Sportwetten nicht zufällig auf zwei: Die Kantone haben in der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020) festgelegt, dass Swisslos die Deutschschweiz und das Tessin, die Loterie Romande die Westschweiz bedient. Eine dritte inländische Bewilligung ist nicht vorgesehen. Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen wird von der Gespa geführt und ist eine geschlossene Liste – was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Die aktuelle Version datiert vom 10. September 2026.

Was auf den Wettschein darf – und was nicht

Die Gespa-Liste enthält nur Sportereignisse, und sie enthält nur solche, die für den Wettmarkt zugelassen sind. Qualifikationsrunden sind nur wettbar, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten gibt es nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Eckbälle, Karten, Trainingsläufe oder esports fehlen in der Liste. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Wer auf das Wetter, auf Wahlen oder auf TV-Shows wetten will, findet in der Schweiz kein legales Angebot. Die geschlossene Liste ist die Konsequenz aus dem Schutzgedanken des Gesetzes: Sportwetten sollen dort erlaubt sein, wo die Integrität des Wettbewerbs kontrollierbar ist, und sie sollen dort enden, wo die Manipulation beginnt.

Werbung, Boni und das Werbeverbot

Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Spiele ist verboten und wird mit einer Busse bis zu 500’000 Franken geahndet. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa – im Jahr 2025 erteilte sie 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die konkreten Bonusangebote sind Sache der Veranstalter und stehen in deren Spielregeln. Einen Promo-Code oder einen pauschalen Willkommensbonus in der Werbung sucht man bei den bewilligten Anbietern vergeblich.

Folgen für Spielerinnen und Spieler

Wer bei einem bewilligten Veranstalter spielt, hat Anspruch auf die Schutzmechanismen des Gesetzes: Identitätsprüfung, Verlustlimiten, Zugangssperre, beaufsichtigte Auszahlung. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine dieser Sicherheiten. Die Gespa setzt die Sperrliste mit Domain-Sperren durch; die Aufsichtsbehörde testet regelmässig die Verkaufsstellen – 2025 wurde in 47,5 Prozent von 200 Testkäufen an Minderjährige verkauft, was den realen Vollzugsbedarf zeigt. Einzahlungen und Gewinne ausländischer Anbieter sind in der Schweiz nach kantonalem Recht steuerlich anders zu behandeln als Gewinne aus bewilligten Grossspielen.

Verantwortungsvolles Wetten: Was die 1×2-Wette von Spielerinnen und Spielern verlangt

Verlustlimiten als Voreinstellung

Das Geldspielgesetz verlangt, dass die Veranstalter Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste setzen lassen. Bei Sporttip sind die Limiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme zwingend zu setzen. Wer die Limite senkt, kann sofort weiter spielen – die Sperre wirkt mit der Bestätigung. Wer die Limite erhöht, muss 72 Stunden warten. Diese Karenzzeit ist eine Schutzmassnahme: Wer in einer emotionalen Phase mehr riskieren will, soll die Möglichkeit haben, innezuhalten, bevor die höhere Limite gilt. Bei der Loterie Romande gilt dasselbe Prinzip, die genauen Werte sind in den Spielregeln festgelegt.

Eine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze existiert in der Schweiz nicht – die Limiten werden vom Spieler selbst gesetzt und vom Veranstalter durchgesetzt. Wer keine Limite setzen will, kommt nicht in das Spielkonto.

Selbstsperre und Pausen

Swisslos bietet eine produktbezogene Selbstsperre von 1 bis 180 Tagen, eine unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Die Aufhebung einer selbst gewählten Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich, unter Einbezug einer Fachstelle. Eine Pause von bis zu sechs Monaten muss von Gesetzes wegen angeboten werden.

Diese Instrumente greifen am besten, wenn sie in Anspruch genommen werden, bevor das Spielen zum Problem wird. Wer bemerkt, dass er oder sie häufiger spielt als geplant, höhere Einsätze riskiert als beabsichtigt oder das Wetten nutzt, um andere Sorgen zu verdrängen, sollte die Spielsperre in Betracht ziehen – sie ist im Kontobereich mit wenigen Klicks eingerichtet.

Die Illusion der Vorhersagbarkeit

Die 1×2-Wette suggeriert durch ihre Einfachheit, dass die Zukunft eines Spiels vorhersagbar sei. Drei Ausgänge, drei Zahlen, fertig. In Wirklichkeit ist Fussball von Dutzenden Variablen abhängig: Aufstellung, Tagesform, Wetter, Schiedsrichter, Verletzungen während des Spiels. Selbst die aufwendigsten Modelle treffen langfristig nicht mehr als 55 bis 60 Prozent der Vorhersagen korrekt – und die Wettquoten spiegeln die Wahrscheinlichkeiten bereits wider, sodass die Marge die Vorteilhaftigkeit zunichtemacht.

Wer die 1×2-Wette als Denksport sieht, kann mit kleinem Einsatz spielen und das Spiel geniessen. Wer sie als Einkommensquelle versteht, wird über kurz oder lang feststellen, dass die Marge langfristig gegen die Spielerin und den Spieler arbeitet. Das ist kein moralischer Appell, sondern die Konsequenz der Mathematik: Ein Markt, der systematisch mehr auszahlt, als er einnimmt, würde sich selbst aufheben.

Häufig gestellte Fragen zur 1×2-Wette

Was heisst 1×2 bei Sportwetten?

1×2 ist die Kurzform für die Dreiweg-Wette auf einen Sportunfall mit drei möglichen Ergebnissen. Die «1» steht für den Heimsieg, das «X» für das Unentschieden und die «2» für den Auswärtssieg, jeweils nach regulärer Spielzeit. Gewettet wird auf den Ausgang, nicht auf das Resultat im Sinne der Tordifferenz – ein 2:1 und ein 3:2 zählen gleichermassen als Heimsieg. Die Wette ist die einfachste und am weitesten verbreitete Form der Fussballwette.

Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?

Die «1» bezeichnet den Sieg der Heimmannschaft, das «X» – manchmal auch als «0» geschrieben – das Unentschieden und die «2» den Sieg der Auswärtsmannschaft. Die Reihenfolge 1, X, 2 ist Konvention: Sie liest sich als Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Die Zahlen sind nicht als Torverhältnis zu lesen. Bei Sporttip und Jouez Sport erscheinen sie auf dem Online-Wettschein ebenso wie auf dem Papierschein in der Verkaufsstelle.

Was bedeutet 1×2 bei Sportwetten im Unterschied zur Doppelten Chance?

Die 1×2-Wette deckt einen von drei Ausgängen ab und zahlt im Erfolgsfall die volle Quote. Die Doppelte Chance deckt zwei Ausgänge gleichzeitig ab – 1X, X2 oder 12 – und zahlt entsprechend eine tiefere Quote, weil die Trefferwahrscheinlichkeit höher liegt. Wer auf den Favoriten plus Unentschieden setzen will, wählt 1X und nimmt die reduzierte Quote in Kauf, um gegen das Unentschieden abgesichert zu sein. Wer höhere Quoten will, geht das Risiko des Unentschiedens ein.

Zählt bei einer Dreiweg-Wette auf Fussball die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?

Bei einer Standard-1×2-Wette zählt die reguläre Spielzeit: 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Elfmeterschiessen werden nicht mitgerechnet, ausser das Wettprogramm weist ausdrücklich darauf hin oder die Wette ist auf die Verlängerung selbst gerichtet. Wer bei einem Pokalspiel, das in die Verlängerung geht, auf «2» getippt hat, hat in der Regel verloren – sofern das Spiel nach 90 Minuten unentschieden stand und die Wette nur die reguläre Spielzeit umfasste.

Wie wird der Gewinn einer 1×2-Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einem Einsatz von 10 Franken und einer Quote von 2.50 ergibt sich ein Bruttogewinn von 25 Franken, also 15 Franken Nettogewinn plus 10 Franken Einsatzrückgabe. Bei einer Kombinationswette mit den Einzelquoten 1.80, 2.20 und 1.50 wird die Gesamtquote von 5.94 mit dem Einsatz multipliziert. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport darf die Gesamtquote nicht über 100’000 liegen und muss mindestens 1.10 betragen.

Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten, und was steht auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Fussballwetten anbieten. Beide verfügen über eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), die Aufsicht führt die Gespa. Welche Ereignisse gewettet werden dürfen, bestimmt die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen – sie ist eine geschlossene Liste, die aktuelle Version datiert vom 10. September 2026. Andere Anbieter haben in der Schweiz keine Bewilligung und stehen auf der Gespa-Sperrliste.

Erstellt von der Redaktion von „Skiwetten”.

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